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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 153 -
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153 ist; warum die Vögel zu Ostern anfangen zu singen und znr Sonnenwende verstummen (Gailthal). Die Legenden dich tuug ist auch in Körnten sehr fruchtbar gewesen. Im Gail- thal wissen die Leute bei Hochzeiten fast einem jeden Heiligen zu Ehren ein legendarisches Lied zu singen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Legenden vom heiligen Oswald und vom bußfertigen Sünder. Von deu äußerst zahlreichen Localsagen verdient besondere Erwähnung jene von der Entstehung des Wörther Sees: auf seinem Grunde ruht die Glocke, die, als man die Orgel nach Maria-Saal verkaufte, von selbst aus dem Thurm in die Fluten sprang. Seesagen siud erhalten im Lavantthal, Maria am See und dem kleinen Bergsee oberhalb Weidisch. An Klagenfurt und Umgebung knüpft sich die allbekannte Lindwurmsage, die unserer Landeshauptstadt zum Wappenschild verholsen hat. Andere Ortssagen erzählen die Gründung des Wallfahrtsortes Maria-Lnschari, die Erbauung der windischen Kirche am Dobrac, des Siegesklosters zu Viktring. Die Schlösser in den slovenischen Landestheilen sind Sitze ebenso häufiger Schloßsagen, deren Zergliederung uns manchmal auf mythische Bestandtheile führt, so die Sage von der frommen Hildegarde auf Schloß Prosnica und jene von der Herzwiese auf Burg Leonstein bei Pörtschach; in beiden erscheint dasselbe Motiv vom eifersüchtigen Ritter, der den Bruder seiner eigenen Gemalin erschlägt. Durch hohes Alter uud durch literarische Bearbeitung in romantisch gefärbte Novellen aus- gezeichnet sind jene Sagen, welche die ersten Zeiten der slovenischen Besiedlung, deren Glanz und den Verlust der nat ionalen Selbständigkeit in den darans folgenden Kämpfen mit den Baiern zum Gegenstand haben. In ihnen lebt noch die Erinnerung, daß es einst anders nnd besser war, und zugleich die Hoffnung, daß es anders und besser kommen müsse: König Samo, Herzog Jnko nnd sein Mal, das Magdalenen- kirchlein auf dem Lurufelde seieu hervorgehoben. Auch Hemma, die fromme Gründerin des Gurker Domes, ist eine volksthümliche Gestalt geworden, sie lebt in Sage und Legende fort. Sagen vom „Venedigermandl" finden sich mehrfach im Gebiete der Karavanken. Darunter versteht man die goldsuchenden Venetianer, welche von Zeit zn Zeit in unsere Gegenden kameu, um hier Goldlager, die sie allein kannten, auszubeuten. Ju solchen Erzählungen hat sich die Erinnerung an einst ergiebige, später aufgelassene Bergbaue auf edle Metalle erhalten. Der Haupttheil der slovenischen Volkssagen gehört den Zeiten der Türken- einfälle an. Nichts hat sich dem Gedächtniß des Volkes so tief eingeprägt als die Türken- plage. Im Kanalthal, fast in jeder Ortschaft des Rosenthals, im Jannthal, um Eiseukappel erzählt man sich allerlei merkwürdige Begebenheiten ans jenen Tagen der Noth und des Jammers. Gleichsam couceutrirt tritt die Türkeusage in St . Jakob im Nosenthal auf, wo
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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