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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 168 -
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168 und zwar derart, daß die Wohnhäuser in einer Reihe und gegenüber die Wirthschafts- gebäude und hölzernen Getreidespeicher stehen. Die Dörfer liegen in den Ebenen, auf Hochebenen im Mittelgebirge oder auf sauften Abhängen der Berge, aber nur bis zu einer mäßigen Höhe, während höher hinauf nur einzelne Gehöfte zu finden sind. Erst die größeren Ortschaften, die sogenannten „Märkte", haben in der Anlage einen anderen Charakter, indem in denselben die Häuser an einander gereiht sind und Gassen, sowie kleine Plätze bilden. Auch erscheinen in den Märkten die Wirthschaftsgebäude seltener oder stehen hinter den Wohnhäusern, wo sich ihnen die Gärten und Felder anschließen, und kommen dagegen größtentheils von Handwerkern, Krämern?c. bewohnte Häuser uud Wirthshäuser vor. Bei Märkten findet man auch schon bisweilen Ruinen von Vertheidignngsbanten aus dem Mittelalter, welche aus einem Thurm oder einem burg- artigen Gebäude bestehen uud ohne Zweifel als Zufluchtsort bei den im XIV. und XV. Jahrhundert häufigen Einfällen der Ungarn und Türken aufgeführt wurden. Bei den Städten fehlen diese Vertheidigungsbauten nirgends und bestanden bei manchen, wie in St. Veit, Friesach :c. auch Umfassungsmauern. Eigenthümlich in Kärnten ist es, daß größere Dörfer und Märkte mit Vorliebe dort angelegt sind, wo Bäche, die aus dem Hochgebirge kommen, sich in die Ebene ergießen, wodurch diese Ortschaften fortwährenden Überfchwemmnngs-Gefahren ausgesetzt sind. Der Grund dieser Art der Anlage liegt wohl, abgesehen von der Bequemlichkeit des leichteren Wasserbezuges für häusliche Zwecke, vornehmlich darin, daß man die Bäche als bewegende Kraft für Mühlen, Bretter- sägen und dergleichen mehr benützt. M u s i k . Kärnten galt seit jeher als eines der sangeslustigsten Länder der Monarchie. Obwohl durch die natürliche Eingrenzung der Verkehr mit den Nachbarländern noch vor wenigen Decennien ein ziemlich beschränkter war, blieb das Interesse Kärntens für Erscheinungen auf dem Gebiete der Musik hinter dem anderer Nationen doch nicht zurück. Es kaun allerdings nicht in Abrede gestellt werden, daß die Kriegsfurie, die so oft ver- heerend dnrch das Land gezogen, hemmend auf die Entwicklung der Künste, namentlich der Musik eingewirkt hat, allein des Karavanken-Älplers Sangeslust hat sie deuuoch nicht völlig zu ersticken vermocht, denn kaum war die Morgenröthe des Friedens empor- gestiegen, so erklangen auch wieder lustige Weisen und frische Jodler. Die heimischen Geschichtschreiber wissen über die Musikzustände bis knapp vor diesem Jahrhundert wenig zu erzählen, vielleicht darum, weil sie Erscheinungen, die sich auf diesem vermeintlich nebensächlichen Gebiete nicht ereignißvoll oder mindestens markant
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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