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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 186 -
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186 der reichgeformten Lichtsäule ein anderes seltsames Gebände, der „Heidentempel" genannt; es ist nichts anderes als ein romanischer Karner, der einst unten das Beinhaus umschloß und oben die flachgedeckte St. Michaelskapelle bildete. Dieser Bau wurde im XV. Jahr- hundert in das Befestigungssystem einbezogen, man umgab den Rundbau mit einer Polygonen Halle mit Obergeschoß als Fortsetzung des Wehrganges, spannte in die Kapelle ein zierliches Sterngewölbe und verwandelte den Unterraum durch Eiubau iu ein Facsimile des heiligen Grabes in Jerusalem. Die Jakobskirche in Villach aus der Mitte des XV. Jahrhunderts hat den aus- gesprochensten Hallencharakter: hoch, licht und großränmig, die fünf Paare schlanke, runde Pfeiler, die wie Fächerpalmen das mit luftigem Rippenwerk überzogene Gewölbe tragen, gewähren die schönsten Durchblicke. Der lang vorgeschobene Chor ist, besonders außerhalb, reich und elegant ausgestattet. Gegen Süden erweitert den Raum die heilige Dreifaltigkeits- kapelle, erbaut im Jahre 1462 von der Gräfin Katharina von Görz; der 1517 verstorbene Georg Leiningen fügte die Allerheiligenkapelle dazu. Der Musikchor wurde im Jahre 1484 nachträglich bis zum ersten Pfeilerpaar hineingebaut von Balthasar von Weisbriach. Der Thurm, auf der Westseite freistehend, ist wohl noch der Rest eines romanischen Burg- thurmes, der hier am wichtigen Commnnicationspnnkte Brückenwache gehalten und später sein gothisches Oberkleid erhalteu'hat. In der Bartholomäuskirche besitzt Friesach und Kärnten die zweitlängste Kirche (64 16 Meter lang; die Dominicanerkirche hat eine Ausdehnung von 73 97 Meter). Wohl reicht dieselbe in das XII. und XIII. Jahrhundert zurück, doch erhielt sie durch den Anbau eines Presbyterinms, durch Einfügung eines Netzgewölbes über entsprechende Wand- und Pseilerverstärknngen mehr den Charakter der Gothik, mußte jedoch durch plumpe Emporenanlagen über den Seitenschiffen, Umgestaltungen der Fenster, Hebung des Bodens, Ausdehnung des Daches über das gesammte Langhaus und Übertünchung aller Steinglieder jene gewaltthätigen Umgestaltungen erdulden, welche auch die romanisch- gothischen Kirchen in St. Andrä, Wolfsberg, St. Veit, Feldkirchen n. f. w. ihres Stil- charakters beraubte. Die idyllisch gelegene, vermeintlich tausendjährige Kirche in Mar ia- Wörth hat, obwohl früh genannt, vom Romanismus nur das südliche Portal mit den zaghaften Würfelcapitälen und die qnadraten Kalksteinpfeiler seiner dreischisfigen Krypta. Der schlanke Chor und ein seitlicher Anbau entstammt der besseren Gothik. Das Laughans ist in gar später Zeit gewölbt und mit unschönen Pfeilern ausgestattet worden. Hans Huber von Sigmnndskron nennt sich der Werkmeister, welcher 1483 an der schönen Kirche zu Heiligenblut arbeitete. Ein dreischisfiger Bau mit hohem Chor über einer Unterkirche uud seltenen Einporenanlagen über den Seitenschiffen. Zur linken Seite des prächtigen Flügelaltares erhebt sich bis zum Gewölbe das herrliche Sacramentshäuscheu.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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