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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 188 -
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188 Renaissance und Neuzeit. In architektonischer Beziehung wurde mit wenigen Ausnahmen meist Bescheidenes geleistet, da es eben auch oft an Geldmitteln fehlte. Nnr reichere Herren durften sich erlauben, einen größeren, stilgerechten Bau auszuführen. Trotzdem hat Körnten einen Bau aus der Frührenaissance aufzuweisen, wie er vielleicht in keinem der österreichischen Kronländer vorkommt, ja selbst in Italien jeder Stadt zur Zierde gereichen würde. Es ist dies das Schloß des Fürsten Porc ia in Spital an der Drau in Ober- kärnten. Der Fremde wird nicht wenig überrascht, wenn er, von der Bahn kommend, den Markt Spital betritt und einen Bau im reinsten italienischen Stil ersten Ranges erblickt, umragt von gigantischen Felsmassen und Gebirgen. In einer Ausdehnung von 40 Meter ragt ein zwei Stock hohes Gebäude empor. Die Vorderseite dieses quadratischen Baues ist einfach, würdig gehalten, nur au der rechten Ecke ist ein Thurm, der eigenthümlich dazu paßt. Im ersten Stockwerk befinden sich zwei loggieuartige Bogenfenster, zu dreien aneinandergereiht und durch zwei schlanke Säulen getrennt. Diesen schließen sich zu beiden Seiten je zwei Einzelnfenster an. Von den ersteren ist ein Balcon von steinernen Balustraden getragen, in den Ecken niedliche Löwen mit Wappenschildern. Knrze Rahmen- pilaster geben den einzelnen Stockwerken eine Gliederung und an den Ecken eine kräftige Umrahmung. Reicher geschmückt ist das Portal. Im Stil der reinsten Frührenaissance stehen zu beiden Seiten, nach uuteu einen Korb bildend, zwei Säulen, aus welchen das Blattwerk sich spielend an denselben emporrankt und an die ersten Spuren dieser Bauweise, wie sich dieselben an dem Meisterbau S. Francesco zu Rimini von Alberti nachweisen lassen, erinnert. Der kunstsinnige König Ludwig von Baiern hätte dieselben seinerzeit wohl gerne erworben, wenn sie dem Fürsten feil gewesen wären. Ober dem Eingang erblickt man das Wappen des Erbauers, getragen von einigen weniger gelungenen Figuren, wie überhaupt hier das Figurale der Ornamentik weit nachsteht. Diesem Thor gegenüber an der Südseite ist ebenfalls ein zierliches Portal von eleganten korinthischen Säulen eingefaßt, deren Postamente Flachreliefs, Herkules mit dem nemäischen Löwe» und Autäus darstellen. Auch diese Arbeiten, sowie die iu den Bogeuzwickelu schwebeudeu Figuren mit Füllhörnern verrathen die Künstlerhand lombardischer Schule. Dieses Portal führt in den Hof und Garten, ebenso ein drittes, welches aber entschieden ein neuerer Znban ist. Es befindet sich an der Ostseite unter dem Gauge, der zur Kapelle führt. Daneben ist ein schmales Psörtchen. Die Inschrift ueunt den Grafen Johann von Ortenburg als Erbauer. Die eigentliche Pracht dieses Baues enthüllt sich aber erst dem Beschauer, wenn er durch das erste Portal das Innere des Schlosses, den Hofraum
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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