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Fußboden. Im zweiten Stockwerk gelangt man wieder durch ein prachtvolles Portal,
zu beiden Seiten mit cannelirten Säulen und höchst zierlichen Ornamenten an den
Thürgewänden, in einen gleich großen Raum wie der Pruuksaal unterhalb. Hier sind
noch die Spuren des Brandes vom Jahre 1795 sichtbar, indem die Decke nur aus rohem
Gebälke besteht. Man ist aber nicht wenig erstaunt, denn man befindet sich in einem
rechten Maleratelier, in welchem der jetzige Fürst seine Mußestunden verbringt. Über die
Zeit der Erbauung dieser Perle Kärntens theilen sich die Ansichten. Der jetzt lebende
Fürst versichert aber, daß das Schloß im Jahre 1523 vollendet wurde. Dies dürfte auch
richtig sein, denn gegenüber dem Schlosse ist das „Vicedomhans", jetzt Bezirkshaupt-
mannschaft, an welchem ebenfalls ein Portal oberhalb mit zwei Bogenfenstern angebracht
ist, welches die Jahreszahl 1537 trägt. Es ist aus weißem Marmor und steht den
Arbeiten im Schlosse in keiner Weise nach, so daß man auf die Vermuthung kommen
könnte, mau habe es hier mit einem Überbleibsel vom Schlosse zu thun.
Salamanka wurde von Ferdinand I. nach Österreich geladen, wurde Minister und
mit der Grafschaft Ortenburg belehnt. Nach dem Verfall des Schlosses Ortenburg wurde
das neue Schloß in Spital von italienischen Meistern gebaut. Leider kennt man den
Architekten nicht, nur vermuthungsweise nennt man Antonio di Firenze.
Zu erwähnen wäre hier das Schloß Tanzenberg mit seinen 4 Thürmen, 12 Thoren
und 360 Fenstern. Aus dem Ende dieses Jahrhunderts stammt das Schloß Weyer
bei S t . Veit. Es liegt in einer sumpfigen Ebene an einem Arme der Wimitz. Wiewohl
es von außen einen etwas ritterlichen Anstrich hat, gehört es doch der Renaissance an.
Wie eine Tafel über dem Eingang berichtet, wurde es von Herrn von Liechtenstein,
Erbkämmerer in Steier, Erbmarschall in Kärnten, und der Frau Anna von Liechtenstein,
gebornen von Khienbnrg, im Jahre 1585 erbaut. Es bildet ein längliches, unregelmäßiges
Viereck, an der Südseite mit zwei diagonal stehenden und an der Nordseite mit zwei
rechtwinkelig gestellten Eckthürmen. Ebenerdig sind meist Schießscharten, im ersten Stock
theilweise vergitterte Fenster. Über einen ausgetrockneten Befestigungsgraben und eine
ehemalige Zugbrücke gelangt man durch einen Thorthurm in das Innere und den Hof
und auf der Seite gegenüber zu einem offenbar später durchgebrochenen Ansgangsthor.
Im Hosraume ebenerdig sind theils offene theils vermauerte Arkaden, massive Säulen
mit Rundbogen und die Wirthschaftsräume. Interessant ist aber der erste Stock. Die
Gemächer sind in zwei Theile getheilt und die Ost- und Westseite mit außen maskirten
Gängen verbunden. Im Thorthurm ist eine abgesonderte Kemenate. An der Nordseite sind
mehrere große Gemächer, ebenso an der gegenüberliegenden Seite, wo sich zwei höchst
wohnliche Räume mit großen Erkern, deren Decken noch die alte Täfelung aufweisen,
befinden. In den Galerien sind an der Hofseite ebenfalls Bogengänge mit kleineren
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch