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Zu gedenken wäre noch des Rathhauses in Klagenfurt. Die Fa^ade ist dürftig,
das Portal aber mit korinthisirenden Halbsäulen eingefaßt, auch sind charakteristisch die
Löwenköpfe an den Postamenten und das Blattwerk an den Bogenzwickeln. Der Hof ist
quadratisch uud macht mit seinen Arkaden in beiden Stockwerken und ebenerdig einen
ganz italienischen Eindruck.
Von Privathäusern in Klagenfurt fiud zu erwähnen: das gräflich Goeß'sche Haus
am Alten Platz mit einem sehr hübschen gebauchten Balkon aus Schmiedeeisen, das ehemals
Pyrkenan'sche Haus in der Wienergasse, der Viktringerhof, früher bischöfliche Residenz, in
der Kaserngasse mit zwei Portalen, das vom Fürsten Porcia erbaute am Neuen Platz, am
Giebel mit dem fürstlichen Wappen und unter der Einfahrt mit dem steinernen Reliefbild
Karls V., dann das Rofenberg'sche Palais am Neuen Platz mit Giebel und dem Wappen.
Im Schlosse Wasserleonburg, an den südlichen Abstürzen der Villacher Alpe, wo einst
die bekannte Anna Neumann, deren letzter Genial ein Schwarzenberg, wohnte, findet sich
beinahe noch die ganze Originaleinrichtung im Urzustand von 1528, gut erhalten, vor.
Das XVII. Jahrhundert führt uns die Rosenberg'schen Schlösser vor, zunächst
Graseusteiu, welches 1638 von I. Andreas Rosenberg und Johanna, gebornen Kulmerin,
erbaut wurde. Es hat zwei Stockwerke mit Arkaden in dem rechteckigen Hof, sehr geräu-
migen Sälen und Zimmern, und einen sehr schönen großen Park, dann Welzenegg, welches
der Fürst noch bewohnt, und Kentschach.
Im Jahre 1639 kaufte Fürstbischof Paris Graf Lodrou die Herrschaft uud Stadt
Gmüud sammt Dornbach, Krouegg und Raucheukatsch in Oberkärnten von den Graf
Reitenau'schen Erben um 200.0(X) Gulden, ließ die jetzige Burg gauz neu bauen und
ränmte sie der Primogeuitur seines Stammes ein. Wenig ansprechend ist das Äußere des
Schlosses, verräth jedoch den italienischen Meister, dessen Name leider uubekauut ist.
Es wurde 1641 vollendet und besteht aus Erdgeschoß und zwei Stockwerken mit sehr
großen Räumlichkeiten. Schon von ferne machen sich die mit Kronen gezierten Wetter-
ableiter und die Spitzen der beiden Thürme bemerkbar, die im viereckigen Hofraum in dem
Anschluß der Flügel an das Hauptgebäude achteckig emporragen und steinerne Wendel-
treppen enthalten. Das mit Sandstein reich bekleidete und mit dem Lodrou'schen Löwen
im Frontspitz versehene Eingangsthor führt durch eine weite hohe Wölbung in den Burg-
hof, wo man sich gegenüber der Schloßuhr und den beiden kolossalen Löwen befindet,
welches Kunstwerk der Graf aus dem im Jahre 1818 in Salzburg abgebrannten Lodron-
fchen Palaste hierher bringen ließ. Sie stehen auf Pfeilern am Eingange des Parkes. Im
ersten Stock der Hauptfront fiud der große Saal (10 Meter breit und 13 Meter lang),
die Conversationszimmer und an den Ausgängen die nach beiden Seitenflügeln ein-
mündenden Wohnräume. Im parkettirteu Saal sind die Bildnisse des Fürstbischofs Paris
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch