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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 206 -
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206 Millstatt, Maria-Gail, Gurk, Wolfsberg, St. Paul, Lieding und iu Friesach theils noch an ihrer ursprünglichen Stelle und Verwendung, theils auch bereits losgelöst von jenen architektonischen Gliedern, denen sie früher angehört haben. In der darauffolgenden Zeit der Gothik kommeu figürliche Seulpturen an Kirchenbauten hauptsächlich an den Gewölbe- schlnßsteinen und Kragsteinen und als Capitälanslösnngen der Dienste und nur selten als freistehende Statuen, wie z. B. in St. Leonhard im Lavantthal, oder als Relief- darstellungen in den Portalen vor. Allein sie haben meist keinen größeren künstlerischen Werth. Umso häufiger uud reicher sind aber einzelne Bautheile au gothischen Kirchen durch ornamentale Zierglieder ausgeschmückt. Kaum ueunenswerth sind dann wieder die wenigen plastischen Dekorationsstücke an den Kirchenbauten der folgenden Stilperioden, der Renaissance nnd des Barockstils bis herauf in unsere Zeit. Doch ist ans einige decorative Senlptnren an Profanbauten der Renaissance hinzuweisen. Vor Allein erscheint das prächtige Schloß der Fürsten Porcia in Spital mit ornamentalen plastischen Verzierungen reich ausgeschmückt. Selbst die im Allgemeinen nüchternen Bauten des baulustigeu Graseu Georg Kheveuhüller gegen Ende des XVI. Jahrhnnderts, wie das Schloß zu Weruberg und der großartige Festungsbau von Hoch-Osterwitz sind des figürlichen Schmuckes nicht ganz bar. Namentlich ist sein in Marmor ausgeführtes Bilduiß mit den Büsten der Frauen über dem Südportal des Schlosses Weruberg ans dem Jahre 1576 auch künstlerisch beachtenswerth. Auf dem Gebiete der selbständigen und von der Architektur unabhängigen Plastik gibt es auch in Kärnten ein Feld, auf dem in allen Stilperioden eine größere Anzahl von Werken, die noch zum großen Theile erhalten sind, geschaffen wurden. Es sind dies die ver- schiedenen, theils in weißem, theils in rothem Marmor ausgeführten Grabmonumente. Man fiudet sie au zahlreichen Kirchen entweder im Innern oder an den Anßenmanern aufgestellt, so namentlich in Friesach, Villach, Klagenfurt, St. Veit, Straßburg, Millstatt, Eberndorf, St. Audrä im Lavantthal, Viktring, Ossiach, Maria-Saal, St. Martin im Granitzthal, Sagritz, Tnltschnig n. s. w. Die künstlerisch werthvollsten darunter stammeu aus der Zeit der Spätgothik und der Renaissance. Zu den hervorragendsten gehören die Grabmale zweier Ungnade, Herren zu Sonegg, aus deu Jahren 1468 und 1490 in Ebern- dorf, die der beiden ersten Großmeister des St. Georgs-Ordens in Millstatt aus den Jahren 1508 und 15(33), die der Keutfchacher in Maria-Saal, davon eines aus dem Jahre 1511, dann das Grabmal des Sigmuud vou Dietrichstein aus dem Jahre 1533 und ein Paar von den Denkmälern der Khevenhüller in Villach, ferner das laut Inschrift vom Bildhauer Jeremias Frauck gearbeitete Denkmal des Salzburger Vicedoms Georg Schafmann vom Jahre 1572 in der Bartholomäuskirche zu Friesach und endlich die großen schönen Grabsteine zweier Pröpste aus den Jahren 1662 und 1689 in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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