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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 210 -
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210 1868). Nur von letzterem befinden sich auch einige Originalwerke im Lande selbst, als der lebensgroße Heiland der Lodron'schen Gruft in Gmünd, das Christallnigg'sche Grabmal in St. Michael am Zollfeld, die zwei Bronzeengel ani Hochaltar der Stadt- pfarrkirche in Klagenfurt und die Büste des einheimischen Geschichtsschreibers Gottlieb Freiherrn von Ankershosen im Nudolfiuum in Klagenfurt. Diese Anstalt besitzt auch eine größere Sammlung von Gypsabgüsseu und Gypsmodellen Gasser'scher Werke. Die Stadt Villach hat Hans Gasser dnrch die Errichtung eines Standbildes geehrt, das von dem Kärntner Bildhauer Josef Messner ausgeführt wordeu ist. Zur Malere i übergehend, ist zunächst im Allgemeinen zu bemerken, daß, obwohl Körnten an der Grenze von Italien liegt, die hier erhaltenen Werke der Malerei doch keine bestimmt ausgesprochene Beeinflussung von dorther zeigen, jedenfalls nicht mehr als die österreichische und süddeutsche Malerei des Mittelalters überhaupt. Höchstens könnte man die stark hervortretende Vorliebe für monumentale Wandmalerei, die Kärnten mit Tirol gemein hat, auf das benachbarte Italien zurückführen. Dem eigentlichen Wesen nach war die Malerei in Kärnten jedoch zu jeder Zeit durchaus deutsch. Neben Tirol gibt es in Österreich keine Provinz, die eine so reiche Fülle erhaltener Werke der Malerei aus dem Mittelalter auszuweisen hätte, wie Kärnten. Insbesondere waren die Kärntner des ausgehenden Mittelalters von einer ganz außerordentlichen Farbenfreudigkeit erfüllt, so daß wir uicht nur die größeren Kirchenbauten dieser Zeit, sondern auch häufig ganz kleine Dorfkirchen, Todteukapellen und Wegkreuze voll schönen, farbigen Schmuckes finden, eine Eigenschaft, die leider nach und nach immer mehr verschwand, um endlich — was nicht genug zu bedauern ist — bei der monotonen, Alles überdeckenden, Geist und Gemüth tödtenden Weißen Tünche anzulangen. Schon die ersten romanischen Monumentalbauten sind fast durchaus mit farben- prächtigen Wandgemälden ausgestattet worden, so unter anderen namentlich der Gnrker Dom, wo in dem ehemaligen Nonnenchor ein um die Mitte des XIII. Jahrhunderts ent- standener großer Gemäldecyklus noch bis auf uusere Tage theilweise leidlich gut erhalten geblieben ist. An ideal-christlichem Gehalte und an religiös-mystischer Gedankenfülle kann demselben wohl kaum etwas Ähnliches an die Seite gestellt werden. Er faßt eine größere Menge einzelner biblischer und symbolischer Darstellungen zu der einheitlichen Idee der Wiedergewinnung des verlorenen Paradieses für die Menschheit durch Christus zusammen nnd ist auch in technischer und künstlerischer Beziehung von größtem Werthe. Diese Malereien, die zu den vorgeschrittensten und edelsten Werken jener Zeit gehören, bilden eines der wichtigste« und hervorragendsten Denkmale romanischer Wandmalerei nicht nur in Österreich, sondern in Deutschland überhaupt. Der Meister derselbe» war eiu technisch tüchtig durchgebildeter, erfahrener und in der Zeichnung uud Farbengebung sehr geschickter
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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