Seite - 234 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
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ziffer in der Monarchie. Hiervon ernährt die Land- und Forstwirthschaft 68 62 Procent,
der Bergbau und die Hütte sammt der Industrie uud deu Gewerben 17 84 Procent,
der Handel und der Verkehr 2 82 Procent; der Nest vou 10 72 Proceut vertheilt sich auf
die übrigen Bevölkernngsclafsen. Das volkswirtschaftliche Leben Kärntens gipfelt sonach
in der Laudwirthschaft, im Bergbau und dem damit verbnndeueu Hütteuwefeu.
Ackerbau und Oiehzucht.
Von der gefammten prodnctiven Bodeufläche entfallen 15 Procent auf das Acker-
land, 11 58 Procent auf Wiesen uud Gärten, 5 67 Procent sind Hutweiden im Thale,
18 66 Procent Alpen, 48 42 Proceut Waldungen und 0 67 Procent Seen, Sümpfe,
Teiche u. s. w. Das Ackerlaud uimmt sonach kaum den sechsten Theil des Bodens, im
Ganzen 141.549 Hektar ein, von welchem überdies mehr als ein Fünftel (22'24 Procent)
znr Eggartenregion gehört und periodische Grasnntzuug gewährt. Der durch das Ver-
hältniß der Culturarten bewirkte und durch häufige Niederschläge noch vermehrte Futter-
reichthum uud die ausgedehnte Alpenweide begünstigen eine bedeutende Viehhaltung und
ist denn auch die Viehzucht als die wichtigste Einnahmequelle der heimischen Landwirthschaft
zu bezeichnen.
Kärntens Boden gehört theils der Urgebirgs-, theils der Secnndär- und Tertiär-
formation an; nur einige Thäler und Thalweitungen fallen in das Gebiet des Diluviums.
Das Urgebirge, durch sanft gewölbte Kuppen und gewundenen Schichtenbau gekennzeichnet,
ist reich an Quellen und wird von zahlreichen Wasseradern durchzogen; das Gestein
verwittert leicht zu fruchtbarem Erdreich. Hierher gehören das Möll-, Lieser- und
Katschthal, Millstatt, die sogenannte „Gegend" und die Ebene Reicheuau, das Gurk-
uud Metnitzthal, das Görtschitzthal, das Lavantthal und die Nordseite des Dranthals.
Die Südseite des Dranthals, das Gail- und Lessachthal, das Kaualthal, das Roseuthal,
das Thal der Mies, der Vellach uud das Seeland sind beherrscht vom südlichen
Kalkalpenzug, dem Triasgebilde aus Kalk uud Dolomit und vereinigen sich zu einem
natürlichen Gebiete der Kalkalpen, während das Gebiet der Voralpen die Diluvial-
bildungen des Landes in sich begreift. Hierher gehört das Krapffeld, die Ebene von
Klagenfurt, Völkermarkt, Bleiburg, Griffen, die Sohle des Noseuthals, der Villacher
Bodeu uud das Jauuthal. Es ist gekennzeichnet durch mächtige, oft zu Tage tretende
Schottermassen, auf deueu uur eiue seichte Ackerkrume lagert, bestehend ans lehmigem
Sande. Dieser warme durchlässige Boden steht in Bezug auf Fruchtbarkeit hinter den
vorgenannten Bildungen weit zurück; die beträchtlichen Niederschlagsmengen des Sommers
und die starke Thanbildnug im Herbst wirken jedoch vortheilhaft ein uud ermöglichen
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch