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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 235 -
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235 auch hier eine reiche Futter production und ansehnliche Viehhaltung, zumal der Boden durchwegs kleefähig ist. Das Alluvium macht sich durch einzelne Torfmoore bemerkbar. Die flachen Thalsohlen sind reich an stauender Nässe und liefern häufig nur saueres Heu; doch sind es vornehmlich diese ausgedehuteu Mooswiesen des Gail-, des Dran- uud Glauthals, welchen Kärnten seine bedeutende Pferdezucht verdankt. Außer dem Boden ist es das Klima, welches auf die Art und Weise des wirthschaft- lichen Betriebes bestimmend «inwirkt. Charakteristisch für Kärnten sind die bedeutenden Niederschlagsmengen, deren jährliche Durchschnittsziffer von 630 Millimeter im Krapf- feld bis zu 1.995 Millimeter in Raibl wechselt und im Mittel des ganzen Landes mit 983 8 Millimeter, jener von Klagenfurt, angenommen werden kann. Da der größte Theil des Landes in der Region der Sommerregen gelegen ist, so fällt die höchste Temperatur mit den größten Niederschlagsmengen zusammeu. Die mittlere Jahrestemperatur von Klagensnrt ist 7 57 Grad Celsius. Der heiße Sommer in der Thalsohle, der einem äußerst kalten Winter gegenübersteht, ermöglicht jedoch trotz dieses geringen Jahresmittels den Anbau des „Türken" und, in Verbindung mit den Sommerregen, das Reifwerden einer zweiten Frucht innerhalb der Vegetationsperiode. Demgemäß lassen sich bezüglich des Ackerlandes mehrere Vegetationsgebiete unterscheiden, und zwar ein Gebiet mit doppeltem Fruchtbau im Jahre, wo Haideu (Buchweizen) nach Roggen als Nachfrucht regelmäßig angebaut zu werden pflegt (58 11 Procent), ein Gebiet der einfachen Frucht (19 65 Procent) und das Gebiet der Wechseläcker (22 24 Procent). Dem excessiven Klima der Thalsohle steht das ausgeglichene Höhenklima der Bergabhänge gegenüber. Sonnige Lehnen erfreuen sich eines außerordentlich milden Winters und einer verhältniszmäßig hohen mittleren Jahreswärme. So kommt es, daß der Feldbau bis in bedeutende Höhen hinaufsteigt: Mais bis 979 Meter, Roggen bis 1.611 Meter, Gerste bis 1.645 Meter Seehöhe. Die Fruchtfolge ist im Allgemeinen eine freie, sie bewegt sich aber doch in dem strengen Gesüge der Dreifelderwirthschaft. Die erutestatistischeu Erhebuugeu habeu die bemerkenswerthe Thatsache zu Tage gefördert, daß auf nahezu zwei Dritteln des ganzen Ackerlandes weißes Getreide, auf dem letzten Drittel Hackfrüchte, Klee, Feldfutter, Hülsenfrüchte und Handelsgewächse gebaut werden. Hauptfrucht ist der Roggeu, welcher 28 63 Procent des gesammten Ackerlandes beherrscht; Hafer 18 4 Procent, Weizen 11 3 Procent, Klee 11 Procent, Gerste 7 3 Procent, Mai s 5 9 Procent, Kartoffeln 5 2 Procent n. f. w. Für den Nachfruchtbau werden circa 16 Procent der gesammten Ackerarea benützt, und zwar für Haideu 9 4, für Stoppelrübeu 4 5, für Kleesamen und Mengfutter 2 1 Procent. Die im Lande erzeugten Brotfrüchte decken mit Ausnahme von Weizen und Brauereigerste den heimischen Bedarf; Hafer, Bohnen, Kleesamen gelangen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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