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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 236 -
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236 in nicht unbedeutenden Mengen zur Ausfuhr. — Die Landwirthschaft liegt in Körnten fast ausschließlich in den Händen der mittleren und kleinen Grundbesitzer, unter denen allerdings noch Höfler, Hubeubesitzer, als eigentliche „Bauern", und Keuschler unterschieden werden. Nach der Robotaufhebung hatte das Land 10.319 Ganz- und 10.642 und '/») Theilhuben, ferner 13.100 Keuschen; diesen standen 360 ehemalige Dominien und 246 Pfründen gegenüber, — Besitzverhältnisse, welche sich seit jener Zeit durch Zusammenlegen von Besitzungen, durch Aufforstungen, endlich durch Umwandlung von Berghuben in „Halthuben" nicht unwesentlich verändert haben. Eine einfache Baueru- hube umfaßt, in meist glücklicher Vereinigung von Ackerland, Wiese, Wald und Weide, 25 bis 40 Hektar, und erfolgt die Bewirthschaftung vorwiegend mit Beihilfe von Dienst- boten, deren rechtliches Verhältniß zu den Arbeitgebern durch eine Dienstboten ordnnng geregelt ist. Verhältnißmäßig schwer wirthschaftet der Thalbauer gegenüber dem Gebirgsbauer, den ein günstiges Geschick mit einer „Alpe" bedacht hat. Diese ermöglicht es, alles Vieh bis auf einige Heimkühe und die Zugthiere den Sommer über aus dem Stalle zu bringen und die reiche Futterernte für den Winterbedarf aufzusparen. So erklärt sich, daß der Thalbauer trachtet, wenigstens sein Jungvieh auf eine, wenn auch noch so entfernte Alpe zu bringen, welche mit „Zinsvieh" besetzt wird, selbst auf die Gefahr hin, daß dieselbe „übertrieben" ist und die Thiere zuweilen Maugel leiden; weiß er doch, welch wohl- thätigen Einfluß der Weidegang auf die Entwicklung der Thiere ausübt. Sind die Alpen der Urgebirgsformation futterreicher als jene der Kalkalpen, so gewähren doch auch diese wieder manche Vortheile: so beeinflußt das kalkhaltige Futter vortheilhaft die Knochen- bildung und pflegen daselbst auch weniger Krankheiten unter dem Weidevieh aufzutreten. Am meisten gefürchtet ist neben dem Blutharnen der Raufchbraud, welchem die davon befallenen Thiere in wenigen Stunden erliegen. Als Vorbeugungsmittel dagegen werden in neuerer Zeit Impfungen mit Raufchbraudgift versucht. Es gibt einzelne ganz besonders hervorragende Alpengebiete im Lande, so die durch ihren Futterreichthum berühmten „Reichenauer Gärten", in denen die Ochsen halbfett gemästet werden, das ausgedehnte Gebiet der Fladuitz zwischen dem Gurk- und Metnitzthal, die Kor- und Saualpe, die Gruppe der Gail- und Kanalthaler Alpen, in welchen einzelne fast ebene Thäler mit förmlichen Alphüttendörfern eingebettet sind. Hierher gehört auch das schöne Alpengut „Pleckeu". — Ganz eigenthümlich ist der Wirthschaftsbetrieb in der Uggowitzer Alpe, die denl gleichen Gebiete angehört. Dieser von drei Bächen durchfurchte und von fünf Hochgipfeln bewachte Alpenkessel ist circa 4.000 Hektar groß, von Hütten, Stallungen nnd Heuschuppen bedeckt uud liefert den fleißigen Bewohnern des Uggowitzer Dorfes, deren „Hausgärten" zusammen 42 Hektar messen, das nöthige Futter für ihr Vieh.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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