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und Schwarzföhre. Die Holzgrenze bezeichnen in der Tanernkette die Lärche und Zirbe,
in dem Karavaukeugebiete die Lärche und die Krummholzkiefer, allgemein „Latsche"
genannt. Von Laubholz herrscht die Buche, ferner die Birke vor, eingesprengt finden sich
Ahorn, Eiche uud verschiedene andere Laubhölzer. Eiue besondere Erwähnung verdienen
die im Karavaukeugebiete noch bemerkbaren Reste von früheren Schwarzföhrenbeständeu,
ein Beweis, daß dieser Baum iu deu Karavaukeu früher eine größere Verbreitung hatte.
Der eigentliche Pfleger der Zirbe ist der Tannenheher, welcher durch seine Gewohnheit,
die Nüsse unter der Bodeudccke aufzuspeichern, dieselben znr Keimung bringt. Auf diese
Weise verjüngt sich in den meisten Fällen diese edle Holzart ohne Zuthun des Meuscheu.
Was die Bewirthschaftung der Forste betrifft, so stehen von der Gesammt-
fläche von 459.408 Hektar 170.320 Hektar iu systematischem Betriebe, während der Rest
von 289.088 Hektar in altgewohnter Weise bewirthschaftet wird.
Von den gewonnenen Forf tproducten werden circa 20 Procent des Materiales
als Nutzholz uud 80 Procent als Brenn- und Kohlholz verwerthet. Beim Nntzholz
gliedert sich die Verwendung in Säge-, Ban- und Schleifholz; letzteres ist nicht ohne
Bedeutung. Der größte Theil des Nutzholzes kommt allerdings als Bau- und Sägeholz
zur Verwendung. Von ersterem geht das daraus gewonnene Schnittmateriale hauptsächlich
nach deu italienischen Häfen, von letzteren der Hanpttheil nach Ungarn. Die Bewirth-
schaftung erfolgt in den meisten Fällen im Kahlschlagbetrieb, bei kleineren Besitzobjecten
jedoch uach den Regeln der Plenterwirthschaft, nnd erfolgt in ersterem Falle die Wieder-
verjüngung mittels Pflanzung, in letzterem Falle durch die natürliche Besamung.
Zur Ausbr ingung der Hölzer dient im Hochgebirge meistentheils die gewöhn-
liche Trockenriese, in seltenen Fällen die Wasserriese, theilweise wird getriftet, während in
den Vorbergen und im Mittelgebirge die Ausbringung mittels Fuhrwerk erfolgt; die
zahlreichen Wasserkräfte des Landes dienen der weiteren Beförderung und Verwerthung
der Forstproducte.
Uugemein abwechselnd zeigt sich die Thier Welt des Waldlandes. Käruteu mit
seinen 473 Jagdgebieten beherbergt von friedlichem Haarwilde in den Regionen des
Mittel- und Hochgebirges den König der Wälder, den majestätischen Hirsch, zahlreiches
Rehwild, ferner in den Hochlagen die Gemse, welch letztere Wildart stetig zunimmt. Der
Bestand von Feldhasen ist nur von untergeordneter Bedeutung. Von Federwild finden
wir deu prächtigen Aner- uud Spielhahn, in den Hochregionen das Stein- und Schnee-
huhn, in den sanfteren Gebirgszügen, besonders in den lauschigen, dunklen, wasserreichen
Gräben das Haselhuhn und endlich in der Ebene das Rebhuhn. Zahlreiche Scharen von
Wildenten uud anderem Wassergeflügel beleben die reichlich vorhandenen Wasserbecken
und Wasseradern uud die seltensten Gäste nordischer nnd tropischer Heimat zeigen sich
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch