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zur Zugzeit im Gebiete des Kärutnerlaudes. Von schädlichem Haarwild finden wir am
verbreitetsten den Fuchs und die Marderarten; selten verirrt sich aus deu kroatischen oder
krainischen Nachbargebieten Jsegrimm und noch seltener Meister Petz ins Kärntnerland;
ebenso sind der Luchs und die Wildkatze schon große Seltenheiten geworden. Dagegen
decimiren verwilderte Hauskatzen den Hühnerstand und vernichten manche Brüt unserer
gefiederten Sänger. Von schädlichem Flugwild sind vor allen die verschiedenen Adler-
nnd Geierarten bemerkenswerth, von ersteren besonders der Stein- und Seeadler, von
letzteren der graue Geier. Auch die verschiedenen Falkenarten und von den Nachtraubvögelu
der Uhu kommen häufig vor. Endlich ist auch der Elstern, Krähen und Heher, sowie der
Würgerarten nicht zu vergessen, welche so manches Siugvogeluest zerstören und dem
jungen unbeholfenen Lampe oft genug den Garaus machen.
Von den Jagdmethoden ist die allgemeinste in der Ebene uud im Mittelgebirge
die Brakade mit Hunden, im Hochgebirge die Treibjagd, die Pürsche, der Anstand und die
Suche mit dem Vorstehhund. Wohl eine der interessantesten, aufregendsten und originellsten
Jagden ist die Fuchsbrakade, bei welcher ein vorsichtiger und ruhiger Schütze in einem
Triebe mehrere Füchse zur Strecke bringen kann. Als Beispiel sei das Ergebniß einer
Fnchsbrakade im Reviere der Klagensnrter Jagdgesellschaft „Nurrenwald" erwähnt. Es
wurden im Jahre 1886 von 30 Schützen in drei Trieben nicht weniger als 14 Füchse
zur Strecke gebracht.
Bergbau, Hütten, Fabriken und Oerkehr.
Der Boden Kärntens gehört im centralen nördlichen Theile vornehmlich den
Urschiefern der Primärformation an, dagegen ist die südliche Nebenzone hauptsächlich
aus den Kalken der Trias- und rhätischen Formation aufgebaut. In beiden Gebieten
treten Glieder der Steinkohlenformation auf. Im Allgemeinen scheidet die Dran die zu
hohen Gebirgszügeu gefalteteu Urschiefer des Nordens von den Kalken des Südens und
durchbricht nur dort das Urgebirge, wo sie die westöstliche Richtung verläßt, wie dies auf
der Strecke Lind-Paternion und Schwabegg-Unterdranbnrg der Fall ist. Wo im Gebiete
der südlichen Kalkalpen Aufbrüche von Urschiefer getroffen werden, wie znm Theil im
Gailthal oder, iu Gesellschaft vou Granit nnd Tonalitgneiß, in Ebriach, Schwarzenbach,
da werden sie von den Schiefern uud Kalken der Silur- und Steinkohlenformation über-
lagert, hinter welchen sich dann die Glieder der Triasformation erheben. Zwischen der
Ursula und dem Obir lehnt sich ein unuuterbrochener Streifen des unteren Jura an den
Nordfnß der Karavanken, durch seine braunrothen Eneriniten-Marmore erkenntlich. Die
Kreideformation ist im Krapffeld und im Görtfchitzthal am meisten entwickelt. Größere
Ausdehnung hat die Tertiär- und Qnartärformation in Kärntens Hanptthälern, welche
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch