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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 260 -
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260 bilden ebensoviele Zugänge zum Triglav, deren Ausgangspunkt der Ort Mois t rana bei Leugenfeld ist: durch das Bra ta tha l uud über den Lnkniapaß (1.779 Meter), von dem man zur „Triglavhütte" (Zajaner Alpenhütte) im Jsonzo-Quellgebiet hinabsteigt; dnrch das Kotthal , zwischen den mächtigen Pylonen des Emir (2.391 Meter) uud des R jov ina (2.534 Meter) hindurch bis zur „Deschmann-Hütte"; dnrch das Kermathal und über das Joch von Sedlo vrh (2.025 Meter) zur Alpe Belopol je hinab nnd dann wieder hinauf und über den Grat znr „Maria Theresia-Clubhütte". Bei der Alpe Belopolje mündet die Aufstiegroute ein, welche vom Wocheiner Thal ans eingeschlagen wird. Der Aufstieg znm Triglav galt bis in die jüngste Zeit für ein außergewöhnliches Wagniß. Die von der Natnr gebotenen Gefahren wurden durch das Hinzuthu« vou Schrecken, welche die Einbildungskraft geschaffen, ins Ungeheuerliche vergrößert. Der Triglav ragte nicht nur im realen Sinne in die Wolken, sondern anch als Heim eines Gottes, des dreiköpfigen Olympiers der altwendischen Göttersage. Das ist nun Alles anders. Zwar wird auf dem Gipfel des Triglav noch immer Höhencnlt getrieben, aber die Formel ist eine andere geworden. Ans solchen Hochwarteu ergötzt man sich an der Weite des Gesichtskreises, an der Fülle realer Erscheinungen, in welchen die Wahrnehmungen des Alltagslebens wie Schlacken abgestoßen werden. Die Opferflammen, welche sinnbildlich dem Sonnenlicht entgegenstreben, gelten dem reinsten Genuß, dem der Natur uud ihrer uuvergäuglicheu Größe. Freilich ist die Krönung dieses Genusses, soweit der Triglav iu Betracht kommt, «icht ohne Beschwerden. Wer von der Maria Theresia-Clubhütte ansteigt, hat das „Thor des Triglav" vor sich: eine breite Rinne mit künstlichen Felsstufen, ein- geklemmten Holzprügeln und eisernen Stäben, auf und an denen der Wanderer bis znm Kleinen Tr ig lav emporklettert. Alsdann folgt die „Schneide", ein hundert Schritte langer, stellenweise nnr einen Schritt breiter Felsgrat mit schwindelnden Abgründen zu beiden Seiten, aber glücklicherweise mit horizontalem Verlauf. Damit «icht genug ist eine zweite ansteigende, mit ähnlichen Klettervorrichtnngen versehene Schneide „zu nehmen", um auf den Gipfel des Großen Tr iglav zu gelangen. An der Nordseite des höchsten (mittleren) Gipfels hängt an einem Steilhang ein Firnfeld — mitunter fälschlich anch als „Gletscher" bezeichnet —, das südöstlichste in den Alpen. Unterhalb der Region der öden Kare und Felsenwälle mit ihren Gipfeln und Scharten öffueu sich die oben genannten und andere Seitenthäler der Save, vou Wäldern nindnnkelt, mit rieselnden Bächen und Wasserstürzen, Pflanzenreichen Alpenweiden und romantischen See«. Die kleinsten der letzteren sind die sieben Tr ig lav-Seen , welche noch in der Felsregion südwestlich des Triglav liegen. Das tiefstgelegene dieser kleinen Becken — den „schwarzen See" (Cerni Jeeero) am Nordwestfuße der Velika Ticerca — umgibt duukles Nadelgehölz. Zwischen den anderen Seen liegen die Schneefelder bis in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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