Seite - 276 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
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krainischen Historiographen Johann Weichard Freiherrn von Valvasor, mit weiter
Umschau auf die zu Füßen liegende, mit größeren nnd kleineren Ortschaften, Kirchen,
Schlössern und Schlößlein vielbelebte Landschaft. Die vom genannten gelehrten Besitzer
nach cigeuem „Abriß'' vogelperspeetivisch angefertigte und seinem Werke „Die Ehre des
Herzogthnms Krain" beigegebene Ansicht von Wagensberg beweist uns, welch Wohl-
gefallen der edle Freiherr au dem Fernblick gehabt haben mag, der sich insbesondere von
den nord- und nordwestwärts gelegenen Fenstern seiner Burg ihm eröffnete, ein Fernblick,
der bis an die Steiner Alpen, in den prähistorischen Boden von Watsch und an den
840 Meter hoheu Heiligen Berg reicht, während der Hinabblick auf die tiefer gelegene
Landschaft zunächst unter anderen den lieblichen Markt Littai, den reizenden Herrensitz
Schloß Grünhof nnd das im Waldesdickicht verborgene Schwarzenbach umfaßt. Im
Gebiete der Littaier Bergkette liegt ferner eines der schönsten Querthäler von Unterkrain,
das von der Feistritz dnrchflossene ausnehmend liebliche Querthal St . Ruprecht, welches
in südöstlicher Richtung sich mit dem breiteren Neuringthal später verbindet.
Die Treffeuer Höhen, in der Spitze des Knlova Sela zu 597 Meter Höhe
ansteigend, liegen einerseits zwischen dem Gnrkflnsse nnd dem Themenizbach, anderseits
zwischen den Städten Weixelbnrg und Nudolfswerth . Die abwechslungsreiche Land-
schaft bietet reizeude Thäler mit „lustigen" Fluren, Wald- und Weinbergen, Obstgärten
nnd in der Gnrk und deren Nebenbächen die auf deu Menüs der Weltstadt-Comestibles
heimisch gewesenen, momentan leider verseuchten Gnrker Krebse.
Das Städtchen Weixelburg mahnt durch seine Gründnng vom „Vater Krains",
Friedrich III., 1478, welche das von diesem Habsburger gegen die Anstürme der Osmanen
ins Werk gerichtete Taborsystem erst vervollständigte, an die heißesten Tage der den Uuter-
krainer Boden durch Jahrhunderte mit Blut düugeuden Türkenkämpfe. Anderseits erinnert
uns die östlich von Weixelburg gelegene, gleich dein später zu nennende» Landstraß, nnr
mehr als Staatsforstherrschaft bedeutende ehemalige Cisterze Sittich an eine geistliche
Stiftung, deren Besitzstand allmälig über das ganze Land sich breitete.
Eilen wir von Ober-Gnrk den Gnrkflnß hinab, so eröffnen sich unserem Blick —
noch immer im Gebiete der Treffener Höhen — eine Reihe von Culturstätten, die Vorposten
des Latifundiums einer der ältesten Adelsfamilien des Reiches, der Fürsten von Anersperg.
Wir sehen das auf eiuem steilen Felsen erbante Schloß Seisenberg, dann Gußwerk Hof
und das ins saftigste Wiesengrün gebettete, von Gärten und Wald umgebene schönste
Schloß Krains, Ainöd. Nun aber dem Laufe der Gurk in nordöstlicher Biegung folgend,
gelangen wir zu der auf eiuem ringsum von hohen fruchtbaren Hügeln eingerahmten,
dnrch die sich krümmende Gurk halbinselartig geformten Bühel terrassenförmig gebauten
frenndlichen Stadt Rudolfswerth . Diese Stadt, der Hauptort Uuterkraius, wurde vou
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kärnten und Krain, Band 8
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kärnten und Krain
- Band
- 8
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 23.03 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch