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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 172 -
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172 die magyarischen Eroberer des Landes in dieser Gegend ihre Schlacht gegen Zalans Scharen schlugen und Ärpäd kaum zwei Meilen südöstlich vou den letzten Ausläufern der Cserhät-Höhen, auf dem Hügel von Tetetlen, sein fürstliches Zelt aufschlug. Auch späterhin war diese Gegend fortwährend bewohnt, und zwar nicht nur in den friedlicheren Tagen der Selbständigkeit des Landes, sondern auch zur Zeit der türkische» Herrschaft. Im unteren Theile des Comitats gingen sehr viele Dörfer zu Grunde nnd auch in den erhaltenen waren fast keine Einwohner mehr übrig; hier aber, in den hügeligen nördlichen Theilen des Comitats, abseits vom Wege, den der Eroberer zog, blieb die Mehrzahl der Ortschaften bestehen. Ja selbst die aus den südlichen Theilen ausgewanderten fanden an diesen Punkten vorläufig eine Heimat. Zu Grunde gingen sozusagen mir die dem Unterlaufe des Täpiö nahe und flacher gelegenen Ortschaften, die nördlich nnd nordwestlich liegenden behaupteten sich. Täpiö-Sägh, Tapiö-Säp, Bicske, Farmos, Szent-Märton, das von Teichen umgebene Nagy Käta u. s. w. wurden nach Vertreibung der Türken erst wieder besiedelt, wogegen Koka, Verseg, Heviz, Tnra, Zsämbok, Valkö, Valkö-Szent-Läszlö und andere auch unter der Türkenherrschaft bewohnte Ortschaften waren. Die neu angesiedelten Gemeinden rekrntirten sich hier ans allen vier Weltgegenden, es kamen fahrende Magyaren von da und dort, Slovaken aus dem Oberland, Deutsche aus Steiermark und Württemberg in bnntem Gemisch. Das Element, das sie verschmolz, bildete lediglich das Magyareuthum, welches die Stürme der kriegerischen Zeiten irgendwie überdauert hatte. Ein Theil der eingesiedelten Gemeinden besteht erst seit kaum hundert Jahren; jede hat mehr oder weniger ihre Sprache bewahrt, in den Sitten und Gebräuchen aber ist der Unterschied verschwindend gering. In Monor zum Beispiel habeu die Deutschen uoch jetzt ihre besondere Straßenzeile, aber nur die Familiennamen und die vom Vater auf den Sohn vererbte Überlieferung lassen entnehmen, wer Deutscher, wer Magyare ist. Berczel ist gar zweimal besiedelt worden: zuerst unter Josef II. mit Deutschen aus Hannover; dann, nachdem diese der Cholera erlegen waren, kamen andere in die leeren Häuser, theils Deutsche vou Soroksär oder Solymar, theils Magyaren von Czeglöd und Uri; ihre Nachkommen sind heutigentags kaum von einander zu unterscheiden. In diesem Theile des Comitates haben sich die meisten alten Grnndbesitzersamilien erhalten. Es gibt kanm ein Dorf, ohne ein oder das andere stattliche Herrenhaus. Diese sind meistens im vorigen und am Anfange unseres Jahrhunderts gebaut worden, nnr wenige stammen aus neuerer Zeit. Die Herren, denen die Arbeitskraft vieler Hörigen zu Gebote stand, bauten weitschichtige, räumige Häuser, hier und da sogar mit Berücksichtigung möglicher Kriegszeiten. Hohe, helle, gewaltige Säle kennzeichnen diese Gebäude. Wir führen hier unseren Lesern die Kastelle von Acsa und Pilis vor. Ersteres ist Majorats-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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