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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
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290 einen Theil der Steuer zn erlassen. — Fürst Gabriel Bethlen begann den Wiederaufbau der durch Feuersbruust zerstörten Domkirche, Georg Räköczy I. aber beendigte dieselbe und schenkte ihr eine 50 Centner schwere Glocke, aus Kanonen gegossen, die er in siegreichen Feldzügen erbeutet hatte, — sie heißt noch jetzt Räköezy-Glocke. Georg Räköczy II. hinterließ der Stadt ein weit schlimmeres Andenken. Er verlor sein Heer auf dem Kriegszuge uach Polen und brachte Debreczin durch seinen Kleinkrieg gegen die Türken den Feind an den Hals, gegen den er es dann nicht schützen konnte. Er selbst blieb in der Schlacht bei Gyaln und der alte türkische Pascha forderte von den Debrecziueru mir uoch große Messer und eine lange Kette, jene, um deu gefallenen nngarifchen Streitern die Köpfe zu schinden, diese, um die Gefaugeuen daran festzubinden. Auch in der folgenden Zeit kam eine lange Reihe von Calamitäten über die Stadt Debreczin. Die systematischen Verheerungen des Generals Caraffa überboten noch die türkischen Grausamkeiten, so daß, als er Debreczin verließ, die Hälfte der Häuser unbewohnt blieb. Und als bereits Feuer, Hochwasser, verkehrte Ordnung der Elemente, und was noch verheerender als alle Elemeutarkraft, die tolle Wuth des Menschen sich im Verwüsten müde getobt, da gerieth die feste Erde selbst in Bewegung, um das große Werk des Verderbens zu vollenden, und ein Augenblick des Erdbebens stürzte Alles in den Staub, was irgend noch stehen geblieben. Und das Volk von Debreczin verlor selbst jetzt nicht die Kraft der Seele, es verwand jeden Schlag, baute jede Ruine wieder auf, begann jede Arbeit von vorne; selbst in bedrohter Lage, bot es ein Asyl allen verfolgten Bewohnern des ganzen Landes. Die ihrer Religion wegen bedrängten Gläubigen und der wissenschaftliche Geist hatten eine feste Burg: die Hochschule vou Debreczin. Diese ließ sie niemals verfallen und von ihr aus strahlte seine geistige Kraft ernent in die Rnnde. Gleich dem Gestade einer neuen Welt schimmert aus diesem stürmischen Getümmel die ueue Epoche hervor, welche durch das Diplom Leopolds I. eingeleitet wird. Es folgte auf die Tage der äußersten Noth. Die Osmanen, auf allen Schlachtfeldern geschlagen, aus alle» ihren Festungen hinausgedrängt, in ihre letzte Beste Temesvär hiueiugedrückt, über- rumpelten Debreczin mit ihren Tatarenhorden, um sich gewaltsam zu verproviautireu. Die ganze Einwohnerschaft floh vor der unbarmherzigen Schar. Leer stand die Stadt, Niemand erntete die Saat, verlassen waren die Weideplätze. Die ganze Gegend eine Wüstenei. Und Alles wurde wieder neu geschaffen. Das Diplom König Leopolds I. vom Jahre 1693 erhebt Debrecziu schon in die Reihe der königlichen Freistädte, deren Depntirte auf dem Reichstage erscheine». Die königliche Urkunde entwirft ein lebendiges Bild der außerordentlichen Drangsale dieser großen Stadt und ihrer nnter solchen Verhältnissen geleisteten hochwichtigen Dienste, welche „die menschlichen Begriffe übersteigend" genannt werden. Znm Lohne für solche
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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