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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 334 -
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334 beginnen und interessante Daten dafür liefern, wie das im Kriege so zügellose Hajdnckenvolk daheim im eigenen Neste strenge Ordnung hielt und besonders die öffentliche Sittlichkeit musterhaft schützte. Ein bemerkenswerthes Denkmal ist auch die alte Kriegssahne der berittenen Hajducken, aus dicker grüuer Seide, mit dem besonderen Wappen von Szoboszlö, das in Goldstickerei einen Tiger mit einem geharnischten Ritter kämpfend zeigt. Diese Fahne, welche „Bocskay-Fahne" genannt wird, befindet sich fast unversehrt nebst ihrer stark mit Eisen beschlagenen Stange und zierlich geflochtenem Halte-Niemwerk im Besitze von Szoboszlö, wo sie mit vieler Pietät im geheimen Archiv bewahrt wird. Die Hajducken, deren Nachkomme» den Kern der jetzigen Bevölkerung des Hajdncken- Comitats bilden, spielten im XVI. und XVII. Jahrhundert eine sehr bedentende Rolle nnd schrieben ihre Namen mit Blut uud Brand in die Geschichte jener Zeit ein. Und obgleich sie sich unter deu rauhen Kriegern der Zeit der blutigen Stürme nicht nnr durch Tapferkeit, sondern auch durch Grausamkeit auszeichneten, erwarben sie sich doch in den Kämpfen des XVII. Jahrhunderts um politische uud religiöse Freiheit als Factoreu ersten Ranges so große Verdienste, daß man um dieser willen einen Schleier auf ihre Grausamkeiten uud Verheerungen breiten darf. Hajdnckenfcharen begannen sich zu Anfang des XVI. Jahrhunderts zu bilde», wenigstens erscheint ihr Name zum erstenmal um diese Zeit. In Sturm und Gefahr gestählte, verwegene Männer bildeten den Kern des Hajdnckenthnms, indem sie, dnrch die Verheerungen des Krieges ihrer Heimstätten und Familien beraubt, sich zu größere« und kleineren Trupps vereiuigteu und, der friedlichen Beschäftigungen gänzlich entwöhnt, niit Waffengewalt zurückzugewinnen strebten, was sie dnrch die Waffen verloren hatten. Die Entstehung des Hajdnckenthnms war durch die unglückselige stürmische Epoche sehr begünstigt, und da alle möglichen abenteuerlustigen, unfriedsamen Elemente sich zu ihnen gesellten, wuchs ihre Zahl bald sehr ansehnlich, sie bildeten von da an nicht nnr kleinere Scharen, sondern unter ihren Hanptlenten förmlich organisirte Heere, deren wilde Tapferkeit uud Zügellosigkeit sie bei Freund und Feind gleich gefürchtet machte. Viele von ihnen traten zeitweilig auch in die Armee des Landes ein, und diese bildeten meist die Fußtruppe, der größere Theil jedoch erkannte keinerlei Autorität dauernd an, sondern gehorchte höchstens seinen eigenen Hauptleuten uud war gleichsam ein mobiler bewaffneter Staat im Staate. Diese hießen freie Hajdncken, im Gegensatz zu den vorigen, die haupt^ sächlich als Besatzung der Grenzfestungen Verwendung fanden. Eine größere Rolle begannen die Hajducken nach der Katastrophe von Mohacs zn spiele», indem sie größtentheils die Partei Zapolyas ergriffen nnd als wichtiger militärischer Faetor in Anschlag kamen, um die Mitte des Jahrhunderts aber so entsetzliche Verheerungen anrichteten, daß die Türken uud der Wiener Hof zn ihrer Ausrottung ein
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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