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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 342 -
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342 Aussehen eines riesigen Parkes geben. Diese Pflanzungen brechen nicht nur die Kraft des Windes, des Erbfeindes jeglichen Sandbodens, sondern verwandeln auch die Gegend in eine anmuthige Landschaft, während gleichzeitig die klimatischen Verhältnisse, die unter der masseuhafteu Waldverwüstung bedenklich gelitten, sich wesentlich gebessert haben. Es ist übrigens noch fraglich, ob diese heilsame Einwirkung nicht zum Schaden der Nyirgegend ausgewogen sei» wird, weuu einmal die zum Theil schon bewerkstelligte, zum Theil uoch iu Durchführung begriffene Ableitung ihrer Biuueuwäfser vollendet ist; die Gegner dieser großen und kostspieligen Arbeit behaupten es. Sicher aber ist der Stand- punkt Derjenigen nicht ganz unberechtigt, die sich mit Besorgniß fragen, welche schädlichen Folgen für die klimatischen Verhältnisse eines so großen Gebietes die Entwässerung ihrer Verdnnstnngssläche haben mag. Die Ausrodung der Waldungen und die Ableitung eiues großen Theils der Sümpfe hat eine starke Verminderung des ehedem reichen Wild- und Fischbestandes nach sich gezogen. Hasen, Füchse, wenige Rehe und Wildschweine, verschiedene Wasservögel Hausen noch in dem immer mehr einschrumpfenden Jagdgebiet. Anch die Zeit der berühmten Szaboleser Solo-Windhunde ist vorbei, und obgleich die Hetzjagd noch immer betrieben wird, ist doch die Wiudspielzncht in den adeligen Eurieu kein unerläßliches Ersorderniß mehr. Der Sand der Nyirgegend ist ein feiner Quarzsand von gelblicher und, wo er mit Humus gemischt ist, bräunlicher Färbung. Die Schichte der Dammerde ist im Allgemeine» gering. Bei alledem ist dieser lockere Sandboden, der nur an den flacheren Stellen und in der Nähe der Gewässer zn leichtem Thonboden wird, im Ganzen und Großen, besonders physikalisch genommen, die glücklichste Bodenmischung. Und während der schwarze lehmige Alföldboden nach stärkeren Regengüssen tagelang jede Feldarbeit unmöglich macht, sind die Felder der Nyirgegend, die das Wasser rasch dnrchlassen, selbst nach den schwersten Niederschlägen schon nach kurzer Zeit für jede Arbeit praktikabel. Desgleichen gestattet dieser Boden zur Zeit der langen Dürre, wenn der schwarze Lehm die Pflugschar gar nicht mehr annimmt, immer noch ein recht leichtes nnd ausgiebiges Pflügen. Dabei hat er noch die weitere ungemein werthvolle Eigenschaft, daß er die große Masse des Wassers zwar rasch durchläßt, einen gewissen Theil der Feuchtigkeit aber bleibend bindet. Daher kommt es denn, daß dieser Boden den Landwirth niemals betrügt und sogar in den trockensten Jahren, wenn der reiche schwarze Lehm nicht einmal die Aussaat darbietet, stets ein gewisses Erträgniß ausweist und ein wirkliches Nothjahr niemals vorkommt. Iu chemischer Hinsicht freilich ist diese Bodengattung viel weniger reich als der schwarze Lehm der Alsöldebeue, insbesondere ist sie ärmer an Nitrvgen, Phosphor und Kalisalzen. Da aber diese Nährstoffe der Pflanzen künstlich ersetzt werden können, darf der Boden der Nyirgegend im Hinblick auf sein sehr sicheres Erträgniß dem werthvollsten Ackerboden
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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