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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 348 -
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348 Lustigkeit und Gasterei, feurige Zigeunermusik erscholl, der Wein floß in Strömen, allerhand gutes Essen war in Überfluß vorhanden. Der Bewohner der Nyirgegend bewahrt das Gedächtniß der vergangenen Herrlichkeit mit Pietät in seinen Liedern und Sagen und hält es sogar durch seine Volksspiele aufrecht. Während aber bei den Magyaren des flachen Alföld sozusagen ausschließlich die Sagen von Attila und König Matthias sich erhalten haben, ist die Lieblings- und Hauptfigur in den Volksüberlieferungen der Nyir König Ladislaus der Heilige, von dessen Wunderthaten man viel zn erzählen weiß und dessen Andenken in zahllosen Festsprüchen, Liedern und Spielen lebt. Sehr viele Sagen sind außerdem über die Bäthorys und die Herren von Kis-Värda erhalten. Die Nyirgegend war schon in vorgeschichtlichen Zeiten dicht bewohnt; die reichen Funde aus der Stein- und Bronzezeit, die an mehr als hundert Stellen vorgekommen sind, beweisen es; thönerne Netzbeschwerer, Pfeilspitzen aus Feuerstein und Obsidiau, Sicheln und andere landwirthschastliche Geräthe, Messer, Steinbeile, durchbohrte Meißel, Äxte mit Schastuug, Bronzehämmer, verschieden geformte und verzierte Gefäße kommen vor. Und daß der dortige Urbewohner diese Geräthe sich nicht nur durch Handels- verbindungen verschafft, sondern sie auch selbst verfertigt hat, das beweisen die zahllosen Feuerstein- und Obsidiansplitter, für die Bronzezeit aber außer den im Museum des Szabolcser Comitats befindlichen Bronzeklumpeu, Kupferknollen und etlichen Gußformen jener in seiner Art einzige Gußofen, der kürzlich beinahe vollkommen erhalten aus deu reichen Fundstätten von Rakamaz ans Tageslicht kam und jetzt das Hauptstück der interessanten archäologischen Sammlung des Dr. Andreas Jözsa bildet. Außer den erwähnten Gegenständen sind sehr beachtenswerth die aus dieser Gegend in die Museen des Szabolcser Comitats, der reformirten Hochschule zu Debreczin und in das Budapester Natioualmuseum, sowie in den Privatbesitz einzelner Sammler gelangten Armspangen, Bronzenadeln, Schmuckschnallen, Ringe, Gürtelplatten, Glaspasta-Perlen und besonders die herrlichen Ziergegenstände von Nagy-Källö, welche unzweifelhaft beweisen, daß das Urvolk, welches hier gewohnt, eine verhältnißmäßig sehr entwickelte Cultur besessen hat. Von den an Funden ergiebigen und in archäologischer wie anthropologischer Hinsicht überaus lehrreichen Begräbnißstätten dieser UrVölker sind bis jetzt die von Hngyaj, Anarcs, Ajak und zuletzt von Nyiregyhäza aufgedeckt uud wissenschaftlich untersucht. Als das Land durch die Magyaren erobert wurde, war die Nyirgegeud nach dem auouymeu Chronisten von Chasaren bewohnt; diese wurden durch die Feldherren Szabolcs, Tas und Töhötöm, welche die Theiß überschritten, verdrängt uud ihr den Siegern zusagendes Gebiet mit deren eigenem Volke besetzt. Um die Eroberung zu sichern, ließ Feldherr Szabolcs am Theißnser eine starke Schanzenbnrg errichten, die nach ihm
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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