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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 355 -
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355 die Nähe des mächtig aufstrebenden Nyiregyhäza drückend besonders ans die Entwicklung seines Handels und seiner Industrie. Nyir-Bätor ist ein alter Stammbesitz und Wohnort der Bäthorys, der sich zu Anfang des XVII. Jahrhunderts im Genuß von Hajdnckenfreiheiten befand, heute eine hübsche, reiche und stetig fortschreitende Stadt von etwa 5.<X>0 Einwohnern. Diese betreiben Landwirthschaft uud Gewerbe, feiue Jahrmärkte sind berühmt nnd viel besucht. Seine Sehenswürdigkeit sind die beiden dnrch die Bäthorys erbauten gothischen Kirchen, deren eine den Römisch-Katholischen, die andere den Resormirten zugehört. Die katholische verräth nur uoch durch ihr Äußeres, daß sie gothisch war, das Innere ist am Anfang des vorigen Jahrhunderts im Barockstil erneuert worden. Die resormirte Kirche dagegen ist rein spätgothisch. Sehenswerth sind in ihr die herrlichen, aus Eichenholz geschnitzten Renaissance - Stühle mit stilisirten Figuren und den Familienwappen der Erbauer geschmückt, ferner das Tabernakel in demselben Stil und zwei schön sknlpirte Sarkophage der Bäthorys. Va ja hat das alte Familieukastell der Vays auszuweisen. M ä r i a - P ö c s ist ein berühmter Wallfahrtsort der Griechisch-Katholischen, Berezel der Geburtsort Georg Bessenyeis, eines Bahnbrechers der modernen ungarischen Literatur. Bezded hat eine uralte Kirche. In Szakoly sind die Szakolys, in Auares die Auaresi-Keleds von Alters her heimisch. In Tisza-Dob sieht man das prächtige und schön gelegene Schloß des Grafen Julius Audräfsy. Nach deu eigenen Plänen des berühmten Staatsmanns ans mäßiger Anhöhe, an einer Mündung der Theiß, inmitten eines reichen Wildparkes in spätgothischem Stil erbant, beherrscht uud ziert es die Gegend, imponirt mit seine» gedrungeneu und doch gefälligen Formen nnd seinen schmücken Thürmen, von denen sich eine herrliche Aussicht über die Ebene bis weit au die Karpatheu eröffnet. Das Juuere ist glänzend ausgestattet, vou besonderer Pracht ist der Rittersaal mit den Ahnenbildern der Familie, großartigen Gobelins und Waffeugruppeu. Dies wäre also das jetzige Bild der Nyirgegend, das indeß voraussichtlich binnen knrzem ungewöhnliche Veränderungen erleiden wird. Denn die Nyir gehört zu jenen glücklichen Gegenden, welche durch die eingetretenen wirthschaftlichen Wandlungen unauf- haltsam ihrer Blüte zugeführt werde«. Der Boden der Gegend besitzt so günstige Eigenschaften, daß er nur die Errungenschaften der ökonomischen Wissenschaft zu nützen braucht, um auf demselben Raume das Dreifache des bisherigen Erträgnisses zu erzielen und, da sein Ertrag außerordentlich sicher ist, zu einem Füllhorn für die Bevölkernng zu werden. Eine andere Goldquelle ist der Weinbau. Seit Jahrtausende» weht der Wind deu Sand der Nyirgegend zu langen Ketten von Hügeln, Rücken uud Haufen zusammen, welche bis jetzt, nur düuu mit kümmerlichem Pflauzeuwuchs bestanden, fast ganz werthlos 23*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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