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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 359 -
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359 „ungarische" Industrie. In den Comitaten, aus denen sich das Knrntzenthum am reichlichsten reerntirt hatte, wie Borsod, Bihar, Szatmär sind auch jetzt noch ungarische Gewerbslente, wie Schuster, Schneider, Gerber, Gnbaschneider, in großer Zahl vorhanden und haben sich lange Zeit nicht mit den anderen Handwerksleuten vermischt, sondern kraft des Zunftwesens und der Consession zu einander gehalten. Noch heutigentags unter- scheiden sie sich, sogar dem Namen nach, aber anch die Religion erhält den überlieferten Unterschied weiter aufrecht. Bei dem Umstände, daß in den früheren Jahrhunderten Szatmär eine königliche Burg und Festung war, in der nur einige vornehme Familien auf Grund besonderer Privilegien ihre adeligen Cnrien hatten, setzte sich das Comitatsleben des Szatmärer Comitats von den ältesten Zeiten her in der Gegend von Nagy-Käroly und in dieser Stadt selbst fest. Im XIII. und XIV. Jahrhundert wurden die Comitatsversammlnngen in Gelenyes auf der Stammbesitzung des Geschlechtes Kaplyon abgehalten, im XV. und XVI. Jahrhundert zumeist in Cseuger, seit dem XVIII. Jahrhundert ist Nagy-Käroly der ständige Sitz des Comitats. Der Reihe nach tauchten die mächtigen Magnaten- geschlechter der Gegend auf und nieder; nach den Bäthorys von Eesed kamen die Drägfys, im XVII. Jahrhundert wetteiferten die Kärolyis und die Knns von Rozsäly mit einander, bis schließlich zu Ende des Jahrhunderts, und besonders nach dem Szatmärer Frieden, das Übergewicht der Kärolyis sich entschied. In den ersten Deeennien unseres Jahrhunderts, als die nationale Entwicklung innerhalb des Rahmens und der Bewegungen des Comitatslebens wieder in Fluß zu gerathen begann, stand das Szatmärer Comitat bei jeder Kraftentfaltung dieses öffent- lichen Lebens, besonders aber im Kortestreiben, obenan. Die Adelssitze zwischen Szamos und Kraszua, die Gemeinden Cseuger, Cseke, Tyukod und Nagy-Ar führten einen zähen Kampf gegen den Adel von Nagy-Käroly, Genes und Bere und bekämpften sich manchmal auch untereinander. Die bald liberal, bald konservativ gesinnte Comitatsmehrheit war es, die den Reichstag von 1832 bis 1836 mit einem ihrer edelsten Söhne, Franz Kölcsey, beschickte; sie war es aber auch, die kurz nachher seine Jnstrnctionen änderte, worauf Kölcsey sich vom Reichstag zurückzog. Das Bildniß dieses ausgezeichneten Dichters und Redners hängt noch im großen Saale des Comitatshauses zu Nagy-Käroly. Die Umgegend der Stadt Nagy-Käroly ist, mit Ausnahme der magyarisch bevölkerten Orte Genes und Bere, von reichen, blühenden Schwabendörfern bedeckt. Als nach Beschwichtigung der Räköezy'schen Stürme der Szatmärer Friede ruhigere Zustäude herbeiführte, bevölkerte Graf Alexander Kärolyi seine verödeten Familiengüter, deren frühere Insassen größtentheils zersprengt oder zugrunde gegangen waren, mit katholischen Colonisten ans dem württemberg'schen Schwarzwald und Blesiwald. Die verheerten
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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