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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 366 -
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366 und Rohrkörbe zu Tausenden in den Handel. Die von Kismajteny verfertigen aus dünnen? Ginster Wagenkörbe, und zwar sowohl einfach geflochtene, als auch gemalte. An einem Punkte der Gemarkung von Kismajteny, dicht an der nach Szatmär führenden Eisenbahn, steht im Schatten von wilden Birnbäumen das Friedensdenkmal von Majteny, zu Anfang der Siebziger-Jahre aus Steinen errichtet, die vom Szatmärer Brückenbau übrig geblieben waren. Es zeigt als Inschrift nur ein Datnm: „1. Mai 1711" — das Datum des Friedensschlusses von Szatmär. Der Mittelpunkt des westlichen Theiles des Szatmärer Comitats und zugleich Comitatssitz ist Nagy-Käroly mit etwa 13.000 Einwohnern, darunter 3.000 Refor- mirteu, 2.000 Juden, 1.600 Rumänen, einigen Hundert nichtnnirten Griechen und 200 bis 300 Lutherischen; die übrigen sind Katholiken. Es liegt an der von Debreezin nach Märamaros-Sziget ziehenden Nordostbahn und ist zugleich Ausgangspunkt der nach der Szilägysäg führenden Zweigbahn, die bereits bis Szilägy-Somlyö reicht. Sein Name kommt zuerst im XIV. Jahrhundert vor, vou allem Anfang in engster geschichtlicher Verbindung mit der Familie Kärolyi, deren Stammsitz es ist. Als Belohnung für die kriegerischen Verdienste der Kärolyis erhielt es schon zur Zeit Königs Karl Robert das Marktrecht und bald auch die Besugniß zu freiem Handel im ganzen Lande. Die Kärolyis erweiterten die Stadt durch neue Gafseu und bauten in ihr unter König Matthias eine Burg, die sich unter den Kriegswirren der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts zu einer förmlichen Festung entwickelte. Sie war zwar keine Festung ersten Ranges, wie Szatmär, bot jedoch immerhin Schutz gegen kleinere feindliche Scharen, die von der Nyir, vom Ermellek, von Siebenbürgen und der Szilägysäg her häufige Einfälle machten. Mit 1711 beginnt die systematische Eolonisation durch Alexander Kärolyi und damit eine neue Epoche der Stadtgeschichte. Die neuen Bewohner traten in Wettbewerb mit den alten. Im Ackerbau thaten sich die vom Grundherrn unterstützten katholischen Schwaben hervor, im Handel die Juden, iu den nationalen Industriezweigen die magyarischen Calvinisten, wobei jener überall wahrnehmbare Charakterzug, daß der Gewerbsmann ungarischen Stammes neben seinem Handwerk nach Möglichkeit auch die Landwirthschaft betreibt, unter den Gewerbslenten von Nagy-Käroly ebenso vorhanden war und ist, wie unter denen von Debreezin und Szatmär. Außer deu Schwaben siedelte Alexander Kärolyi auch die Juden systematisch, auf Grund von Verträgen an; 1740 gab er ihnen 30 Sessionen zum Wohnsitz. Sie mußten einen Richter mit bestimmter Macht- sphäre und Verantwortlichkeit haben, hatten Kaufläden zu eröffnen nnd waren dem grundherrlichen Gerichtsstuhl unterstellt. Die Familie Kärolyi, deren Mitglieder übrigens schon seit dem XVII. Jahrhundert Obergespäne des Szatmärer Comitates waren, wnrde nach dem Szatmärer Frieden die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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