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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 370 -
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370 von Szatmär selbst. Ursprünglich eine deutsche Ansiedlnng, und zwar offenbar eine der frühesten, ist es längst magyarisch geworden. König Andreas II. sagt in seinem 1230 den Bewohnern von Szatmär ertheilten, mit vergoldeter Siegelkapsel versehenen Diplom, daß seine geliebten und getreuen „Gäste", die am Szamosflnsse wohnenden Deutschen von Zotmär sich als IiosMes der Königin Gisela (Keysla) bekennen, und verleiht ihnen zugleich neue Freiheiten unter der Bedingung, daß sie den König und seinen Hofstaat während ihrer Aufenthalte daselbst Mittags und Abends zu verpflegen haben. Szatmär war nämlich schon seit den ältesten Zeiten, besonders unter der Herrschaft des Ärpäd'scheu Hauses, die Einbruchsstelle für die ungeheuren königlichen Jagdgebiete, welche im damals ziemlich nnbevölkerten Osten des Landes gelegen waren. Bei diesen königlichen Jagden bildete die Verpflegung des Hofes, der königlichen Jäger, Vogelwärter, Falkner und so fort keine geringe Last. In Kiräly-Daröcz wohnten, wie die Urkunden bezeugen, königliche Falkeniere (äraueai-ii), die Einwohner von Nemeti aber werden noch am Anfang des XIV. Jahrhunderts als königliche Jäger (venawres i-egü) erwähnt. Und auch die Stadt Szatmär selbst befaßte sich mit der Zucht uud Abrichtuug von Jagd- falken, die sie den Königinen von Ungarn verehrte. Eine größere geschichtliche Rolle spielte Szatmär nach der Niederlage bei Mohäcs. 1535 wurde die Festung nach blutigem Sturm durch Gotthard Kuu, den Feldhauptmann Zäpolyas, für diesen Fürsten erobert, doch fand Knn selbst während des Sturmes deu Heldentod. Die Stadt war dann bald im Besitz der Zäpolya'scheu, bald der Ferdinand'schen Partei. 1543 schenkte sie Ferdinand den Bäthorys, welche die Burg zu einer Festung ersten Ranges ausbauten; als solche hat sie die Einwohner des Eomitats, welche sich vor allerlei verheerenden Feinden hinter ihre Mauern flüchteten, oft genug gerettet. In den Glaubenskämpfen der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts war die Stadt sammt der ganzen Gegend in den Händen der siebenbürgischen Fürsten, Gabriel Bethlens und später Georg Näköczys I. Nach dem unglücklichen polnischen Feldzug Georg Räköczys II. fiel Szatmär wieder au Leopold und wurde ueuerdiugs befestigt, da das Schicksal dieses Landestheils am Besitz der Festung hing. Durch die verschiedenen Belagerungen litt nicht nur die Besatzung, sondern auch die Bevölkerung der Stadt, die sich oftmals tapfer mit gewaffneter Hand an der Vertheidigung betheiligte. Auch der Beginn des XVIII. Jahr- hunderts brachte traurige Zeiten. Zu Anfang des Räköczy'schen Aufstandes wurde Szatmär durch die deutsche Besatzung dem Räköczy'schen Heerführer übergeben uud durch Kurutzeu uud Labanczen um die Wette verheert. Die vollständig ausgeplünderte und darüber erbitterte Bevölkerung verließ ihren Wohnsitz und bezog Hütten in den mehr als zwei Meilen entfernten Weinbergen von Szatmär, von wo sie erst nach Jahren zögernd heim- kehrte. Zur Zeit dieser Kämpfe hatten übrigens die Handwerker der Stadt die Scharen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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