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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
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202 wohl sonderbar, wen» man die letzten, die in kleinerer Anzahl vorhanden sind, mit den unzähligen Löchern eines Siebes vergleicht. Die Charwoche ist da. Der mulc», z. B. in Trieft, hat schon früher in einer großen Kiste das „heilige Grab" errichtet und stellt es am Gründonnerstag und am Charsreitag an den Ecken der am meisten besuchten Straßen auf. Aus jeden zweiten Schritt sehen die Passanten eine ausgestreckte Hand nnd müssen sich die Worte gefallen lassen: .I.a pre^o un solcko pal santv sepulcro, ich bitte um einen Kreuzer für das heilige Grab". Während Trieft wie auch andere Gegenden Österreichs am Charsamstag die Anferstehnngsprocession kennt, hat Jstrien die Charsreitagsproeession. Die Mitglieder der verschiedenen Bruder- schaften tragen dabei nach altvenetianischer Sitte lange Talare, bald von schwarzer, bald von gelber, weißer, rother, aschgrauer oder violetter Farbe. Kirchenfahnen sind in Jstrien etwas Seltenes; man trägt vielmehr kolossale Statnen und riesiggroße Wachsfackeln, cii-ü genannt, welche zum Theil noch ans den Zeiten der venetianischen Republik herstammen. Für manche Gegenden Jstriens sind die Bitttage im vollsten Sinne des Wortes wahre Reisen. In aller Frühe des Markustages uud der drei Tage vor Christi Himmelfahrt verlassen die Gläubigen mit ihrem Seelsorger, nachdem er die Allerheiligenlitanei angestimmt hat, die Pfarrkirche, um in einer gewöhnlich sehr weit gelegenen der Messe beizuwohnen. Unterwegs mnß der Priester eine Unzahl von Evangelien singen, viele Gebete verrichten und dann mit dem Proeessionskrenze die vier Weltgegenden — exorcisiren, damit Hagel, Ungewitter, Raupen und Würmer die Saaten uicht beschädigen. Ist man an Ort uud Stelle angelangt und ist der Gottesdienst beendigt, so lagert Alles im Freien, genießt das mitgenommene Essen, dem man tapfer zuspricht, und kehrt erst spät — vielleicht am Nachmittag — in die Pfarre zurück. Seit dem Cholerajahr 1849 begeht der Triestiner den 21. November als sein größtes Fest, die Darstellung der Mutter Gottes im Tempel oder, wie er sie nennt, die „Mutter der Gesundheit", lu Nackoring, äeila Luluto. Wenn es nur möglich ist, besucht er bei dieser Gelegenheit seine Kirche Suntn Narin NaFFiors, wo der Gottesdienst mit Pracht und Pomp gefeiert wird. Man würde den Jstrianer wohl beleidigen, wenn man an dieser Stelle das euro vnle, oder vielmehr das earnis levamen, den Fasching mit Stillschweigen übergehen würde. Sobald diese „heilige Zeit" herannaht, scheint der Jstrianer gar keine anderen Gedanken zu haben als eben nur den Carneval. Nicht umsonst nennt er den Fasching eine „heilige Zeit", denn in seinem Munde lautet ja das Sprichwort: ?ascjua, ^ackal e — snntissimc» Larneval. Mau besucht die lestim oder die osterie, wo bis zum Morgeu geschmaust wird. Die Jugend hinwiedernm eilt Abends maskirt in die Theater oder zu den Tanzböden, denn auch in Privatzirkeln und öffentlich wird weidlich getanzt. In den ve^Iioni,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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