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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 286 -
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286 große Verschiedenheit der Bodengestaltnng und der landwirthschaftlichen Verhältnisse auf. Vou der Region des ewigen Schuees, vom Triglav, dein Gipfelpunkt der Julischeu Alpeu im Norden, bis tief hiuab zum Küstensaum der Adria wechselt die Bodeugestaltuug uud das Klima, so daß die Vegetation alle Zwischenstufen von der alpine» Pflanzenwelt bis zu jener des Ölbaums und der immergrünen Gewächse der Mittelmeerzone durchläuft. Das Alpeugebiet von Görz gehört dem Gebirgsstock der Julischen Alpen an und besteht durchwegs aus Dolomitgestein. Die stark zerklüfteten, über 2.000 Meter hohen Bergkämme mit jäher Abdachung find kahl, zum Theil mit Geröll bedeckt, welches oft bis in die Thalsohle herunter reicht nnd dieselbe überlagert. Dieser Umstand sowie die nnbesvnnene Entwaldung, die Abwaschung des Erdreichs, die zeitweiligen Lawinenstürze, die abschüssigen Berghänge, alles zusammengenommen verleiht diesem Gebiete nicht nur eine» hochalpinen Charakter, sondern drückt ihm iu laudwirthschastlicher Hinsicht zugleich den Stempel der Unfruchtbarkeit und Armuth auf. Nur das Flitscher Beckeu breitet sich zu einer verhältnißmäßig weiten Fläche aus und läßt trotz des vorherrschenden Schotterbodens eine einigermaßen einträgliche Bewirthschaftung zu. Der Ackerbau beschränkt sich hauptsächlich auf den Anban von Kartoffeln, etwas Mais und Haiden und wird nur in der nächsten Nähe der Ortschaften und der am Fuße des Gebirges zerstreut liegeudeu Weiler betrieben. Der dünnen Bevölkerung gewährt die Viehzucht bei der Magerkeit der Weiden einen nothdürftigen Unterhalt. Rindvieh ist mit Rücksicht auf die Rauheit des Klimas nnd die Steilheit des Berglandes nur spärlich vertreten. Um so zahlreicher ist das Kleinvieh, namentlich Schafe, deren Zucht den wichtigsten Erwerbs- zweig des mit einem so undankbaren Bodeu ringenden Bergbewohners bildet. Überdies machen einige tausend Ziegen einander und den Gemsen das spärliche Gras auf den Felsabstürzen streitig. Unter solchen Verhältnissen ist es begreiflich, daß die Mehrzahl der Görzer Alpen- bevölkeruug, so arbeitsam, genügsam und der heimatlichen Scholle zugethan sie ist, in der Heimat selbst nur während weniger Monate des Jahres ausreichende Nahrnng findet. Sobald der Winter anbricht, sucht ein beträchtlicher Theil derselben anderwärts Arbeit nnd Beschäftigung. In der guten Jahreszeit kehrt fast Alles wieder heim, den kleinen Acker- grund zu bestellen, die Schaf- und Ziegenherden zu weiden, das spärliche Heu auf deu Berglehnen zu mäheu und zu Thale zu bringen. An das Alpengebiet reiht sich jenes der Vora lpen an. Eigentliche Thäler gibt es hier, die Erweiterung des Jsonzobeckens von Karfreit bis Tolmein abgerechnet, nicht. Eine Eigenthümlichkeit dieses Gebietes bildeu die jedes Wasserlaufes entbehrenden und durch den steinigen Boden lebhaft an den Karst erinnernden Hochplateaus. Das ausgedehuteste ist jeues des durchschnittlich 1.000 Meter hohen Tarnovaner Waldes. Das Klima ist milder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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