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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 290 -
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290 Anbau nahezu aller Prodncte des Südens geeignet. Mehr als drei Fünftheile des cnltnr- fähigen Bodens, das sind 27.712 Hektar, entfallen auf Ackerland mit Weinreben, der Rest auf Wiesen, Weiden und Weingärten. Von der Hügellandschaft bis zur See hin bietet die Görzer Ebene in ihrer gesammten Ausdehnung das überraschende Bild eines einzigen unübersehbaren, wohlbebauten Feldcomplexes. Die hochstämmigen, auf Pappeln, Ahorn-, Kirsch- und anderen Bäumen sich stützenden Weinreben ranken in geraden Reihen gleich Festguirlanden von Baum zu Baum fort, unter der grünen Hülle des Weinlaubes schwer- hangende Trauben bergend. Zwischen je zwei Rebenreihen breiten sich in einem Abstand von 10, 20 und mehr Meter, von Maulbeerbäumen eingeschlossen, die üblichen Cnltnr- arten des Ackerlandes aus: im Frühjahr der Weizen, nach Einheimsung desselben der Cinqnantino, eine Art türkischer Weizen, der in den letzten zwei Sommermonaten reift und eine zweite Getreideernte abgibt; hierauf, nachdem der Ackerboden im Winter gernht, der Mais, neben dem Weizen das Hanptprodnet der Ebene und das nahezu ausschließ- liche Nahrungsmittel des Friauler Landvolkes. Auf die Maisernte folgen zumeist Weizeu, Steckrüben oder Futterkräuter. Nächst den verschiedenen Getreidearten ist der Wein — der bekannte Friauler Rothwein — das wichtigste Erzengniß der Ebene. Eine der Görzer Grafschaft ausschließlich eigenthümliche, in Österreich sonst nicht einheimische Cultur ist die seit ein paar Jahrzehnten unterhalb Aqnileja und bei Monsalcone eingebürgerte, durch die Leichtigkeit der Bodenbewässerung ungemein begünstigte Reiscultur. Das Terrain wird zu diesem Zweck sorgsamst geebnet und in Parcellen getheilt, welche, durch Dämme von einander getrennt und von Bewässerungskanälen durchzogen, die sogenannten ständigen Reisfelder bilden. Nachdem im Frühjahr der Boden leicht umgearbeitet worden, wird er oberflächlich unter Wasser gesetzt und sodann der Reissamen gesäet. Im Sommer wiederholen sich regelmäßig die Bewässerungen, so zwar, daß das Wasser beständig einige Eentimeter den Boden bedeckt. Rechtzeitige Jätungen dienen znr Beseitigung des wuchernden Unkrants. Im September wird die Bewässerung eingestellt und die nunmehr reife Saat durch Arbeiterinnen geerntet. Der Ertrag der 600 Hektar Sumpfland bedeckenden Görzer Reisfelder beläuft sich auf 20 bis 30 Hektoliter pro Hektar. Das Product wird großtentheils in den Reismühlen von Monastero bei Aqnileja enthülst und geschält. Eigentliche Viehzucht wird in der Ebene nur in beschränktem Maße betrieben. Das Hornvieh, von großem, kräftigem Körperbau uud lichtem Fell, wird nur als Arbeitsvieh für den landwirthschastlichen Gebrauch gezüchtet. Die Schweinezucht ist uicht ganz unbedeutend und liefert einen einheimischen Schlag von großen, starkknochigen Thieren. Einen ansehnlichen Factor der kleinen Hauswirthschaften bildet das Hansgeflügel, und werden Hühnereier auch nach auswärts versendet.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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