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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 296 -
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296 Der Karst, einst bewaldet, ist wegen seiner steinigen, vegetationslosen Oberfläche bekannt. Seit Jahrhunderten haben die ausgedehnten Gemeindeweiden nnd die Ziegen- wirthschaft den Waldbestand verwüstet. Seit einigen Jahrzehnten bemühen sich Regierung, Gemeinden und Private mit gutem Erfolg um die Wiederbewaldung des Karstes. Die umfangreichen Gemeindeweiden wurden an die einzelnen Grundbesitzer vertheilt, welche ihren Autheil einhege» und schonen, so daß die früher beständig vom Vieh angenagten Stocktriebe nunmehr sprießen können. Es wurden au die Gemeinden bisher 13 Millionen und an einzelne Besitzer 5 Millionen Baumpflanzen unentgeltlich verabfolgt, auch wurden die Gemeinden zur Pflege der neuen Anpflanzungen verhalten. Zur Leitung dieser Cnltureu wurde eine eigene Karstaufforstungs-Commission eingesetzt, so daß gegenwärtig der Görzer Karst zum nicht geringen Theile bereits ein verändertes Aussehen gewonnen hat und in der Zukunft daselbst neue Waldbestände zu erwarten sind. Von Waldbänmen ist die Fichte im Hoch- und im Mittelgebirge vorherrschend; die Höhen des Ternovaner Waldes sind von hochstämmigen, an den Urwald erinnernden Buchen, Fichten und Taimen gekrönt. Anf dem Hügellande nächst Görz, Coglio genannt, im Panowitzer Wald und im Wippacher Thal trifft man Bestände der Stieleiche an; im südlichen Landestheil sind Edelkastanien nud Wallnußbäume, sowie Ulmeu häufig. Schwarzföhreu siud diejenige Holzart, mit welcher die Karstaufforstung die größten Erfolge erzielt. Abwechslungsreich, jedoch im Ganzen wenig ergiebig erweist sich die Jagd. Gemsen in nicht beträchtlicher Zahl, Alpenhasen uud Schneehühner bewohnen das Hochgebirge, Rehwild die waldigeren Theile des Mittelgebirges und des Karstes. Feldhase nud Rebhuhn, im Mittelgebirge Aner- und Haselhühner erregen weniger das Interesse des Waidmauus als das schwer zu erlegende, prächtig gefärbte Steinhnhn, welches die schroffsten, steinigsten Hänge des Karstes bewohnt, und die rasche Höhlentaube, welche iu deu uuzugäuglichsteu Schlüuden des Karstes nistet. Bär und Wolf erscheinen als sehr seltene Gäste aus den krainischen und kroatischen Waldungen. Die Lagunen und Brackwassersümpse des Unterlandes gestatten eine ergiebige Jagd auf Wasservögel. Es werden daselbst große Mengen von Wildenten und Rohr- hühueru mittelst der Eutensliute (Lekioppettone) erlegt. In der Mitte eiues kleine» Flachbootes ruht auf einer fixen Gabel ein ungefähr zwei Meter langes, an der Müuduug etwas erweitertes Gewehrrohr mit starker Ladung. Der Schütze, welcher beim Zielen hinter dem Rohre platt am Boden liegt, schießt in die schwimmettdeu Vögel uud erlegt mit einem glücklichen Schuß deren vierzig bis fünfzig, selbst mehr. Außerdem ist auch der Ansitz in halbabgeschnittenen, im Sumpfe eingerammten Fässern gebräuchlich, wobei manchmal Wildgänse, wilde Schwäne, Pelikane nnd andere Fremdlinge der Vogelwelt erbeutet werden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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