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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 304 -
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304 Schon die Römer erkannten mit richtigem Blick die hohe Bedentnng der nördlichen Adria. Sie unterwarfen Jstrien, sie gründeten das handelsgewaltige Aqnileja mit dem bedeutenden Hafen — in den Gewässern des heutigen Grado — sie besaßen in Pietas Jnlia (Pola) eine wichtige Mariuestatiou. Damals und noch das ganze Mittelalter hindurch bis in die Zeit der Entdeckung Amerikas war alle Schiffahrt eigentlich sogenannte Küstenfahrt. Dem waren auch die Fahrzeuge angepaßt, zu deren Bewegung man sich außer der Segel noch vielfach der Riemen bediente. In Form nud Einrichtung der Schisse änderte sich wenig seit der Römerherrschaft, welche noch lange nach ihrem Verfall ihre Spnren zurückließ; wohl aber folgte dieser Zeit eine lange Periode der Unsicherheit uud des Niederganges, und gerade die Gestade im Norden der Adria wurden nicht wenig davon betroffen, weil der Völkersturm in stets sich erneuernde» Wogen dort vorüberbrauste. Kleiner nnd beschränkter wurden alle Verhältnisse, kärger uud dünner die Fäden, an denen man mit der übrigen Welt zusammenhing; die einzelnen Städte suchten, so gut es eben ging, sich fortznsristen und gegen die Nachbarn zu behaupten. Der Begriff eines großen Staats- wesens war verloren gegangen, die Interessen enger municipaler Kreise machten sich geltend. Auch das Seewesen gewann einen knappen municipalen Charakter, uud da infolge der nicht ruhenden politischen Händel die Unsicherheit zur See stieg uud keine starke Macht zur Freihaltnng der Meere vorhanden war, hatten die Seefahrer ein hartes, arg bedrängtes Dasei«. Die einzelnen Städte, welche sich aus der Römerzeit erhalten hatten oder doch an römische Siedelungen anlehnten, wie Trieft, Capodistria, Parenzo, Pola, waren nicht mehr bedeutend genug, um Ceutren eines großen Verkehrs zn werden. Ein stärkerer Zug kam in die schiffahrtlichen Verhältnisse an der adriatischen Ostküste erst durch den Aufschwung Venedigs. Venedig, dessen ganze Bedeutung auf seiner Stellung zur See beruhte, nahm die Fäden auf, welche dem zusammenbrechenden Aquileja entfallen waren. Aber sein unverwandtes Stieben nach der Hegemonie zur See rief laugaudauerude Kämpfe hervor, da man sich nicht gerne seiner harten Herrschaft unterwarf. Der Widerwille gegen Venedigs Herrschaft trieb Trieft in die schützenden Arme Habsburgs. Es war sicher ein eigenthümliches Zusammentreffen, daß schon in einer Zeit, als Venedigs Macht noch im steteu Steigen begriffen war, eine andere jugendliche Macht ihren Arm bis zur Adria ausstreckte uud dort Interessen unter ihre Hnth nahm, welche bisher vergeblich nach Schutz vor dem Markuslöwen ausgeblickt hatten, und daß diese Macht berufen war, eiusteus das Erbe Venedigs zu übernehmen. Klein waren die Anfänge habsbnrgischen Küstenbesitzes — fast nur Trieft uud sein nächstes Gebiet, — aber von diesen Anfängen aus entwickelte sich derselbe je nach Gunst der Verhältnisse Schritt für Schritt bis zur heutigen Ausdehnung. Ging auch der große commercielle Zug noch lange über die Lagunenstadt und mußte auch das in Bildung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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