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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 309 -
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309 gelangte. Honig und Wachs kamen aus dem Innern, namentlich aus Polen, und Roh- zucker, Kaffee, Farbwaaren, Indigo, Mandeln :e. bildeten von Frankreich bezogen wichtige Tauschartikel für Holz, Glas, Leinwand, Tabak, Seide, Wolle, Kupfer, Eisen, welche nach Frankreich gingen. Diese Verbindungen und Beziehungen machten aus Trieft um die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts einen Handelsplatz ersten Ranges und den Vermittler des dentsch-levantinischen Verkehrs, in welchem Salonichi als Stapelplatz auftauchte. Man darf uicht außer Acht lassen, daß in der Theresianischen Zeit und auch nachher bis kurz vor Abschluß des vorigen Jahrhunderts die Ausdehnung der österreichischen Küste noch eine sehr beschränkte war und eigentlich nur das Triester Gebiet, das Gelände von Görz und den östlichen Saum Jstrieus am Quaruero umfaßte. Der Rest von Jstrien und fast ganz Dalmatien gehorchten noch der Signoria von San Marco. Die Erweiterung des Küstenbesitzes erfolgte endlich, als durch den Frieden von Campoformio Venedig (1797) seine Unabhängigkeit verlor und mit der Lagunenstadt auch ihre Besitzungen an der adriatischen Ostküste der österreichischen Monarchie zufielen. Diese erhielt nun eine geschlossene, lauggestreckte, an maritimen Traditionen reiche Küste. Nicht darum handelte es sich nunmehr, erst Neues zu schaffen und die Bevölkerung für bisher unbekannte Auf- gaben zu erziehen, sondern nur darum, die vorhandenen Elemente zu einem großen Ganzen zu verbinden und innerhalb desselben dem allgemeinen Interesse dienstbar zu macheu. Um das Jahr 1797 konnte Trieft einen jährlichen Verkehr von circa 15 Millionen Gulden nachweisen, der 7.000 Schiffe in der Ein- und ebensoviele in der Ausfuhr beschäftigte uud welchen nach der Landseite über 2.000 große Fuhrwagen und über 4.500 kleine Landwagen besorgten. Trieft zählte damals 30.000 Einwohner und einen Fremdenzufluß von 10.000 Personen im Jahre. Nun kamen aber über Trieft auch bittere Tage, die in der französischen Revolution und den mit derselben verbundenen Ereignissen, dann im französisch-englischen Kriege ihren Ursprung hatten. Die allgemeine Stockung des Handels zur See brachte dem Triester Verkehr großen Schaden und Gewinnstentgaug, wozu sich noch die wiederholten Invasionen französischer Heeresabtheilungen gesellten, mit welchen immer die Auflage von großen Eontributiouen verbunden war. Diese schweren Opfer und die Flucht der reichsten Kauf- leute aus Trieft, sowie die Eonfisciruug der Triester Waareu im Auslande konnten nicht dadurch wettgemacht werden, daß in Folge der eontinentalen Hafensperre sich ein lebhafterer Verkehr zu Lande, und zwar ein Austausch von oft- und westindischen Prodncten mit Hamburg und Breslau, wohin wieder Trieft italienische und levantinische Waaren sendete, sich entwickelte. Besonders verhängnißvoll für Trieft war die Zeit der französischen Zwischen- herrschaft (1809 bis 1813). Alle euglischeu Eolouialwaareu wurden seqnestrirt und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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