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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 330 -
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330 Eine besondere Specialität bildet auch der Handel mit Orangen und Limonien. Die Waare wird zum Theil vou hiesigen Häusern in den Productionsländern (namentlich Sieilien) für eigene Rechnung gekauft und hier bezogen, größtentheils aber von den Producenten oder von in jenen Ländern etablirten Handelshänseru au Triester Geschäfts- freunde in Consiguatiou geschickt, zum Theil endlich auch durch Vermittlung auswärtiger Firmen für dieselben gekauft uud versendet. Die vorzüglichsten Consnmländer sind Öster- reich, Deutschland, namentlich aber Nußland. Das Holz für die Herstellung der Kisten am Produetionsorte geht von hier in bedeutenden Mengen nach Sieilien. Die Waare kommt verpackt in Kisten enthaltend circa 35 Kilogramm (250 bis 330 Stück Limonien) nach Trieft. Da aber der Artikel leicht dem Verderben unterliegt uud wenig transportfähig ist, wird hier die Waare gleich nach Ankunft fortirt, das heißt der bereits angegriffene uud ganz reife Theil derselben als Skart für den Localconsum ausgeschieden, auch nach den benachbarten Küsten und nach Venedig versendet, die gute haltbare Waare aber sortirt und gegen die Kälte durch angemessene Packung geschützt versendet. Die Sortirnng erfolgt zumeist durch Frauen, welche jedes Kistchen öffnen, jede einzelne Frucht aus ihrer Papier- hülle nehmen, den Skart ausscheiden, die gute Waare wieder iu Papier einhüllen und in Kisten oder Fässern fest verpacken. Eine große Zahl von Personen — circa 1.500 Familien — findet dabei lohnende Arbeit. Anch der Pflaumenhandel kann, trotz der dnrch niedrige Frachten per Bahn und Dampfer erstarkten Concurreuz der Nordhäfen, die zumeist aus Budapest die Waare beziehen, als eiue Specialität des Triester Handels angeführt werden. Die Pflauinen werden auf dem Landwege aus Serbien, Bosnien, Slavonien, Kroatien, Maeedouieu, theilweise auch zur See, in Fässern oder in Säcken bezogen und größtentheils nach Amerika versendet. Einige Waare geht anch nach Frankreich, Holland, Deutschland, eine geringe Quantität nach Österreich. Nach Ankunft muß jedes Faß uud jeder Sack untersucht, die verdorbene Waare ausgeschieden, jedes Faß nachgefüllt, die Sackwaare in Fässern oder über Wnnsch der Besteller in Kisten verpackt werden. Für diese Operationen bedient man sich verschiedener Maschinen, Pressen :c. Der Pflaumenhandel wird im großen Maßstab betrieben, wenn er auch wegen der nothwendigen Manipulationen sich nur in wenigen Händen befindet. Das Olivenöl, das wichtigste Object des Ölhandels, wird aus Italien, der Levante, Albanien, Corfn, Jstrien und Dalmatien, selten aus Spauieu oder Tunis bezogen. Der Versandt erfolgt fast ausschließlich uach dem Julaudc, in geringen Mengen nach Deutschland. Der Verkauf an Triester Häuser wird zumeist durch Platzageuteu für Rechnung der Producenten vermittelt. Das Olivenöl wird theils in Originalfässern bezogen, theils kommt es in großen, in den Transportschiffen feststehenden Fässern an, aus
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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