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namentlich aber der Touueugehalt zurückgehen. Damit ist auch der Maßstab für die
Beschäftigung der größeren Werften gegeben. Administrativ gehören zum Haseugebiet
vv» Trieft außer dem Triester Territorium auch Jstrieu uud das illyrische Küstenland,
welche zusammen 7 Werften uud 11 Stapel» ausweisen; hier kommen indeß nur die
eigentliche« Triester Werften in S. Andrea (Lloyd), S. Roeeo (ötabilimento teenieo
lriestirio), S. Bortolo (Barcola, zwischen Trieft und Miramar) und S. Lorenzo (Servola)
in Betracht. Im Lloyd-Arsenal werden ebenso ganze Schiffe neu gebaut als Reparaturen
auf den Docks vorgenommen. Im Laufe des Jahres 1889 wurde vom Lloyd-Arsenal
der große Dampfer „Jmperatrix" von 2.440 Tonnen-Gehalt vom Stapel gelassen. Das
Stadilimenw tecniec, trisstinv (seit 1869 eine Actiengesellschast) betreibt mit einem
Capital von 1 Vz Million Gulden Maschinen- und Schiffbau, sowie Schiffreparatureu iu
seinen Dry-Docks. In seiner in S. Roeeo an der Bucht von Mnggia gelegenen Werfte liefen
seit Bestand des Etablissements 222 Schiffe vom Stapel, darunter 31 für Rechnung der
k. und k. Marine; in der Maschinenwerkstätte in S. Andrea nächst Trieft werden Dampf-
maschinen und sonstige Maschinen hergestellt. Die Gesellschaft beschäftigt in beiden Etablisse-
ments 2.000 Arbeiter. Das Etablissement baute im Jahre 1889 drei kleine Dampfer mit
zusammen 443 Tonnen Gehalt. Ausbesserungen wurden im Lloyd-Arsenal an 84 Dampfern
(von rund 88.000 Tonnen) uud an 49 Barken, im Lwbilimento teenico triestinu an
81 Dampfern (von rund 34.000Tonnen) und an 8 Segelschiffen ausgeführt; in S. Lorenzo
haben die betreffenden Arbeiten sich auf 3 Dampfer (von zusammen 150 Tonnen) und
18 Barken beschränkt. Auch in anderen Etablissements wird in Trieft die Prvductiou
vou Maschinenwerkzeugen und Schiffsrequisiten fabriksmäßig betrieben. Für Arbeiten und
Reparaturen an Schiffstheilen, die unter dem Meeresspiegel liegen und ohne die Schiffe
anf eine Werfte zu bringen vorgenommen werden sollen, sowie für auf dem Meeresgrund
vorzunehmende Arbeiten überhaupt treten Taucher in Verwendung.
Unter den übrigen industriellen Etablissements nimmt die Dampfmühle Leonomo,
erbaut im Jahre 1872, eine hervorragende Stelle ein. Dieselbe liegt unweit vom Centrum
der Stadt am Wege nach dem beliebten Spaziergang S. Andrea. An die eigentliche Mühle
schließen sich Lagerräume für Getreide und Mahlprodncte, Werkstätten, Stallnngen n. s. w.
an. Die Einrichtung des Etablissements ist durchaus deu neuesten Anforderungen der
Fabrikation entsprechend und deu besten ungarischen Mühlen gleich. Fünf Stahlkessel
liefern den für den Betrieb zweier Motoren nöthigen Dampf, welche 450 bis 600 Pferde-
kraft entwickelt, so daß binnen 24 Stunden 1.000 Metercentner Getreide gemahlen werden
können. In diesem Etablissement finden 300 Arbeiter Beschäftigung. Das Rohmateriale ist
theils inländisches, theils russisches erster Qualität. Die Mahlproduete geuießen wegen
ihrer ausgezeichneten Qualität einen Weltruf und finden nicht nur im Localcoufum Absatz,
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Das Küstenland, Band 10
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Das Küstenland
- Band
- 10
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.63 x 22.44 cm
- Seiten
- 390
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch