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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 338 -
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338 wie der Stockfisch und der Häring, Ob es möglich ist, jemals durch künstliche Verpflanzung dieser oder ähnlicher massenhaft zusammenlebender Fischarten die Mittelmeerfischerei zu heben, ist sehr fraglich. Die vielen vergebliche» Versuche, fremde Fischarten zn acclimati- sireu, scheinen zu zeigen, daß man nicht zuviel Hoffnung darauf setzeu darf. Was die einzelnen Fischarten betrifft, so muß zunächst hervorgehoben werden, daß das adriatische Meer, als Theil des Mittelmeers, dieselbe Zusammeusetzuug seiner Thier- bevölkerung zeigt, welche als nördliche Mittelmeerfauna bekannt ist. Wichtig für die Fischerei siud besonders diejenigen Arten, welche gesellig auftreten, die sogenannten Wander- oder Zugfische. Die Benennung Wanderfische rührt von der älteren irrigen Auf- fassung her, daß dieselben aus weit entfernten Meerestheilen einwandern. Man könnte dieselben indeß besser pelagische Fische nennen, da sie, wie andere pelagische Thiere, Medusen, Salpen :c., nur zeitweise an den Küsten erscheinen und dann wieder in größere Tiefen hiuabtaucheu. Die Adria beherbergt von diesen Wanderfischen sechs wichtigere allgemein bekannte Arte»: die Sardelle, italienisch Luickella (Llupea sarckina), den Anchovi, italienisch 8arckon enckrasicolus), den Thunfisch, italienisch 1'oil oder 1'ormina, die Makrele, italienisch Leomkro (Leomder seomdvr) und zwei Arten Palamiden. Weitaus am ergiebigsten ist die Sardellenfischerei, welche auch die meiste» Fischer beschäftigt. Die Sardellen, zur Familie der Clnpeiden gehörig, leben in der kälteren Jahreszeit in den tieferen Seegründen und laichen dort im Oetober u»d November, woselbst auch die Brüt aufwächst. Mit der wärmeren Jahreszeit, März oder April je nach den Witterungsverhältnissen, erscheinen die Sardellenschwärme längs den Küsten und Buchten Jstriens wie Dalmatiens. Im Anfang des Frühjahrs halten sie sich noch in den tieferen Wasserschichten auf und steigen erst im Sommer, Juni und Juli, allmälig bis an die Oberfläche hiuauf, um im Herbst ebenso allmälig, wie sie erschienen sind, wieder in die Tiefe zu verschwinden. Höchst wahrscheinlich sind die Temperaturverhältnisse des Wassers und das damit verbundene Vorkommen ihrer Nahrung, aus kleiueu Spaltsüßeru (Lopepväen) bestehend, die Ursachen dieser Ortsveränderungen. Der Fang der Sardelle geschieht mit Zug-, Stand- oder Hängenetzen. An der istrischen Küste wird das Standnetz am meisten gebraucht, namentlich da, wo die Küsten felsig sind. Die Standnetze, italienisch Luiäellern oder Älanaicke, sind Netzwände vvn circa 25 Meter Länge und 5 bis 7 Meter Höhe, deren Maschen circa 2 Centimeter weit siud. Die untere Kante ist mit Bleistücken beschwert, während die obere Kante durch Korkstücke im Wasser schwimmend erhalten wird. Solche Netzwände, italienisch „Speckoni«, können in beliebiger Anzahl dnrch die Randleinen aneinander geknüpft werden, so daß zuweilen das ganze Netz eine Länge von tausend Meter hat. Beim Gebrauch desselben rudern oder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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