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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 340 -
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340 segeln die Fischer mit ihren Barken in die See hinaus bis zu der Stelle, wo sie Sardellen- schwärme an der Oberfläche sehe» oder aus gewissen Anzeichen in größerer Tiefe vermuthen. Dort wird ein Anker an einem langen Tau versenkt und die Barke, das Tau auswerfend, in der Richtung fortgerudert, wo der Schwärm mit der Strömung treibt. Nun wird ein Stück des Netzes nach dem auderu ins Wasser hinabgelassen, uud zwar ver- schieden belastet, je nach der Tiefe, in welcher die Sardellen streichen, bis die Barke, auf das verankerte Tau gestützt, über dem Anker anlangt. Befinden sich die Sardellen in den höheren Wasserschichten, so wird längs des Netzes noch Köder (zerquetschte Tascheukrebse, namentlich Lareinus inaenas) ins Meer gestreut, um die Fische anzulocken. Alls der Bewegung des Netzes, welche die in den Maschen mit ihren Kiemendeckeln hängen- gebliebenen Sardellen verursachen, sowie ans andern Anzeigen, wie das Emporsteigen abgelöster Schuppen, können die Fischer schließen, ob der Fang gelungen ist. Alsdann wird das Netz in derselben Ordnung, wie es hinabgelassen wurde, wieder aufgezogen, »vorauf die Fische aus den Maschen herausgelesen und in Körbe oder Siebe gelegt werden. Mt dieser Fischerei beschäftigen sich von April an bis in den September die Fischer der istrianischen Orte Muggia, Capodistria, Jsola, Nmago ?c. Die Sardellen werden gegen- wärtig zum größten Theil von den in Jsola befindlichen Sardellenfabriken angekauft, wo sie nach der in Frankreich gebräuchlichen Methode in Öl eonservirt und in zngelötheten Blechdosen in den Handel gebracht werden. Der Fang der kleineren Anchovis geschieht in ähnlicher Weise mit Zug- und Standnetzeu, doch sind die Netzmaschen entsprechend enger. Die Makrele zeigt sich nur vom Frühjahr bis in den Herbst an unsern Küsten. Die größten Schwärme erscheinen im Hochsommer, wo sie das Wasser in gewisser Tiefe eilig durchziehen. Die Makrelenfischerei geschieht theils mit Zug- uud Standnetzen, theils mit Angelschnüren. Die Zug- uud Standnetze sind ähnlich den beim Sardellenfang gebräuch- lichen. Die Angelfischerei auf Makrelen wird noch wenig geübt und würde, mit größeren Fahrzeugen auf hoher See betrieben, gewiß ebenso reichen Fang liefern wie im atlantischen Ocean. Als Sport wird die Augelfischerei, von kleineil Segelbarken aus, von deu Städte- bewohnern vielfach getrieben. Die hierbei gebräuchliche Angelschnur ist die sogeuannte ,painioln 6a scvmbri". Die Leine endigt in vier Schnüre, jede mit einer Angel versehen, wovon zwei mit kleinen Bleistücken beschwert sind. Als Köder dienen Stücke der Sepia oder Sardelle. Gleich der Makrele und Sardelle ist der Thunfisch in der kälteren Jahreszeit nicht zu sehen und erscheinen seine Züge erst in dem wärmeren Theil des Jahres. Mail ist noch nicht einig darüber, ob der Thunfisch sich in die Tiefen des Mittelmeers oder des atlanti- schen Oceans zurückzieht, da coustatirt wurde, daß Thunfischschwärme durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer ziehen. Wahrscheinlich ist es jedoch, daß die Thunfische des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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