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(auch Groppe genannt), besitzen zu einer Art Saugnapf verwachsene Bauchflossen und einen
schleimigen Körper. Trotz ihrer geringeren Größe sind sie doch von durchaus uicht unerheb-
lichem Nutzen für die Küstenbevölkerung, da sie in großen Mengen und verschiedeneu Arte»
überall vorkommen. Die Ährenfische sind noch kleiner als die Meergrundeln, leben aber in
Schwärmen gesellig nahe der Küste, so daß große Mengen der, freilich wenig schmack
haften Fischchen gefangen werden können. Sie bilden den Hauptbestandtheil der „ZVIimi-
la^lia-, einer Sammlung verschiedener kleiner Fische, die auf dem Markte feilgeboten
werden. Die Ährenfische werden mit besonderen Handnetzen, der „^nFuellera", mit sehr
feinen Maschen gefangen.
Neben den Standfischen, welche theils nahe der Küste, theils auf seichten Gründen
vorkommen, ist noch eine Anzahl Fische zu erwähnen, die das ganze Jahr hindurch uur
auf den tieferen Schlamm- und Sandgründen des Meeres Hausen. Es sind dies die
Arten der Schellfische oder Gadideu, dann einzelne sonderbare Fischsormen, wie der
Petersfisch, italienisch Lampiero (^eus tader) und der breitmäulige, flache Teufelsfisch,
italienisch klospv piscawrius) und namentlich die große Anzahl der Rochen
uud Haie. Die Gadiden sind durch die Schellfische des Mittelmeers, italienisch Hloli,
meist kleinere Fische, vertreten. Etwas größer wird der Merlan, italienisch ^lerlvWv
^lerlueius esculentus), der ein wohlschmeckendes Fleisch besitzt, während die Haie und
Rochen, welche Knorpelfische in ziemlich großer Anzahl gefangen werden, meist nur den
ärmeren Volksklassen zur Nahrung dienen. Eine einzige Art der Haifische, der Dornhai,
italienisch ^sial <Aeantkias vulßaris), hat ein feineres, wohlschmeckendes Fleisch und
erlangt deswegen auf den Märkten einen höheren Preis. Die Rochen, von denen einige
zn bedeutenden Dimensionen answachsen, sind sämmtlich gering geschätzte Fische. Auf
den Markt kommen zumeist kleinere Arten von Haien, wie der Katzenhai, italienisch
Aata (Leyllium), der Hundshai, italienisch ?esce cane (Nustelus) und der
Dornhai, die höchstens einen Meter lang werden. Im Binnenland knüpft man an den
Namen Haifisch meist den Begriff eines gewaltigen, dem Menschen gefährlichen Meer-
bewohners. Dies ist aber bei den genannten Haien durchaus nicht der Fall, da dieselben
ganz harmlos sind und nur Krustenthieren, Tintenfischen oder kleineren Fischen nach-
stellen. Der gewaltige Räuber, welcher alle wärmeren Meere unsicher macht, ist der
Grundhai, italienisch (Larckarockon klonckeletti), der 4 bis 5 Meter lang
wird, mit einer 40 bis 50 Centimeter breiten Rachenspalte, die mit großeu dreikautigeu,
an den Rändern sägeartig eingekerbten Zähnen bewaffnet ist. Dieser ist aber zum Glück
ein seltener Gast in der Adria und werden alljährlich in der langen Meeresstrecke von
Trieft bis nach den dalmatinischen Inseln höchstens fünf bis sechs Exemplare erlegt. Das
Fleisch dieses Haies, sowie einiger anderen, ebenfalls seltenen größeren Haifische, die aber
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Das Küstenland, Band 10
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Das Küstenland
- Band
- 10
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.63 x 22.44 cm
- Seiten
- 390
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch