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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 348 -
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348 Der Hummer wird an der ganzen istrischen Küste gefunden, namentlich liebt er felsige Vorgebirge. Man findet zuweilen Exemplare von beträchtlicher Größe und Schwere. Im Frühjahr, März und April, trägt der weibliche Hummer die bläulichen runden Eier in großer Menge, an den Hinterleibsfortsätzen der unteren Seite befestigt, bis zum Aus- schlüpfen der jungen Brüt mit sich herum. Der Hummer wird in besonderen Reusen gefangen, die mau längs den Küsten, mit Köder versehen, auf den Grund versenkt. Einzelne Krebse dieser Art werden auch mit der Zauge, 1'anaAlis, gefaßt, wen» sie auf dem Grunde des Meeres sich zeigen. Vortheilhaft ist der Fang des Hummers bei Nacht, bei Feuerschein, welcher die nächtlichen Thiere in geköderte Netze lockt, oder indem man sie mit dem Fisch- speer ansticht. Da der Hnmmer nach dem Tode rasch fault und an Wohlgeschmack einbüßt und der hohen Preise wegen nur allmälig verkauft, meist sogar nach den Städten im Inland exportirt wird, bewahrt man die gefangenen Thiere lebend auf. Dazu dieueu meist große Körbe oder durchlöcherte kleine Boote, italienisch Karotte oder Luroki, die im Meere schwimmen oder auch versenkt werden. Der Nephrops oder „Scampo" fignrirt als feinste Krebsart ans den Fischmärkten Triests, wie der istrischen Küstenstädte, wird aber nur iin Qnarnero an bestimmten Stellen weit vom Lande durch die Chioggioteu mit Schleppnetzen gefischt. Ebenso geschieht der Fang des Gogers oder der Squilla durch die Schleppnetze der italienischen Fischer auf den Schlammgründen in weiterer Entfernung vom Ufer. Aus den vielen Arten der Würmer, Stachelhäuter, Eoeleuterateu und Schwämmen oder Spongien des Meeres, die zum Studium der Lebensweise, Organisation und Entwicklungsgeschichte des Thierreiches so überaus lehrreiche Aufschlüsse bieten, sind nur wenige Formen von directem Nutzen und daher Gegenstand der Fischerei. Zu solchen gehören uuter den Eoelenteraten, speciell den Polypenthieren der rothe Korall (^orallium rubrum) und der Badeschwamm unter den Spongien, die niedrigste Ordnuug derselben darstellend. Doch finden sich in Jstrien keine Korallen, und obgleich schon in der Nähe von Trieft einzelne Meerschwämme vorkommen, ist doch erst der südliche Theil Jstriens von Rovigno an, vorzüglich aber Dalmatien mit seinen Inseln das eigentliche Gebiet der Schwammfischerei und es sind fast ausschließlich dalmatinische Fischer, die zu diesem Zweck mit ihren Segelbarken auch die Küsten Jstriens befahren. Industrie, Handel, Gewerbe, Hausindustrie, Salinen und Bergwesen iu Jstrien. Im Innern Jstriens verhindert die Spärlichkeit der fließenden Gewässer die Entwicklung bedeutenderer Industriezweige; solche gedeihen nur an der Meeresküste, wo sie günstige Verkehrsverhältnisse fördern. Schiffbau und Verwerthung der Meeres- prodnete Salz uud Fische stehen in erster Linie.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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