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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 351 -
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351 Der Banthätigkeit dienen eine grvße Dampfziegelei bei Pirano, sowie eine Fabrik von hydranlifchem Cement auf der Insel S. Andrea bei Rovigno, welche ihr Rohmaterial zum Theil aus der Gegend von Albona bezieht. Viel Cement geht von da nach Italien, ja selbst nach Massaua. Ein seinkörniger, weißer Sandstein, der an der Lust erhärtet uud eine bläulich-graue Farbe annimmt, wird in Marzana bei Dignauo gebrochen. Er findet unter anderem auch zum Bau der Hofburg, wie ehedem zu jenem des Hosburgtheaters iu Wien Verwendung. Andere Steinbrüche in Valle Oltre uud Salvore versorgen vornehmlich Trieft; jener zn Prelnka bei Voloska liefert das Material für Finmes Hafen- bauten. Quarzfaud (»saläums") wird mittels Tagbau aus einigen Gruben bei Pola und Dignauo gewouuen und zur Glasfabrikation nach Venedig geliefert. Erwähnung verdient noch eine Korkwaarenfabrik (Stöpsel, Rettnngsgürtel uud dergleichen) in Salvore; das Material wird aus dem Ausland bezogen, da die Korkeiche, welche in Jstrien vorkommt, nur eiueu rissigeu uud geriugwerthigcu Kork liefert. Eiue Schwefelmühle am Fluß Risauo, eiue Fettwaareusabrik iu Boljunz, eine Fabrik ordinärer Glaswaaren nnd eine solche chemischerProducte in Pirano, von Unschlitt und Leder in Mnggia, eine Baumwollspinnerei bei Capodistria, eine bedeutende Wachsfabrik iu Rovigno, endlich die Tabakfabrik daselbst vervollständigen das Bild dessen, was Jstrien an industriellen Unternehmungen ausweisen kann. Für Rovigno war die Errichtung der k. k. Tabaksabrik geradezu eiu Segeu, denn die Arbeiterinnen (780, außerdem 40 Männer) gewinnen daselbst nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern werden auch zu Reinlichkeit, Ordnung und Sparsamkeit heran- gebildet. Freilich wandern die Ersparnisse keineswegs in Sparkassen, sondern werden, wie anch anderswo in Jstrien, in Goldschmnck angelegt. Deshalb gedeiht auch das Gewerbe der Goldschmiede, welche übrigens auch für Dalmatien arbeiten, vorherrschend in Capodistria uud Rovigno. Als Hausindustrie besteht iu Jsola die Spitzenklöppelei; venetianische Muster dieueu als Vorlage und die weibliche Jugend wird in einer vom Staat nnd der Gemeinde erhaltenen Klöppeleischule unterrichtet. Außerdem verfertigen die Bauern, besonders im Gebirge, dann auf den Inseln Veglia und Cherso, einen groben Schafwollloden für ihre Nationaltracht, einige Dörfer bei Castna Siebe und Sessel. Kohlenbrennerei wird von den Tschitschen schwungvoll betrieben und das Prodnct nach Trieft nnd anderen Küstenstädten gebracht. Endlich ist die Brotbäckerei zur Versorgung der Städte, besonders Triests, ein altes Hausgewerbe vieler istrischeu Bäuerinnen. Eine eigenthümliche, aus wissenschaftlicher Grundlage beruhende Industrie besteht iu Dignano, wo ein Grundbesitzer die ihm zur Prüfung übergebeueu Seidenwurmeier mikroskopisch untersucht und den Seidenzüchtern die Garantie gewährt, daß nur gesunde Eier zur Zucht verwendet werden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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