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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 363 -
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363 ängstlich an die Gebüsche drückt und die Vögel im Walde Schutz suchen, — erfreut sich das Innere eines solchen Wäldchens, Dank dessen dichtem Schluß, einer vollkommenen Windstille, ein Beweis, daß nach der Ausforstung größerer Flächen die Gewalt des gesürchteten Orkans wenigstens local gebrochen werden kann. So günstig diese Erfolge waren, so blieben sie doch theils wegen der Unzulänglichkeit der dafür bewilligten Geldmittel, theils mangels eines die Beziehungen zn den Grund- eigenthümern regelnden Landesgesetzes aus kleine Flächen beschränkt. Die Regierung hat sich deshalb veranlaßt gesehen, im Jahre l881 ein Aufforstungsgesetz der Landes- vertretung von Trieft vorzulegen, ans Grnnd dessen eine eigene, aus Vertretern der Regierung und des Landesausschusses bestehende Aufforstungscommission eingesetzt wnrde. Die Commission hat mittelst der von Staat und Land gewährten Mittel bis zum Schluß des Jahres 1890 bereits über 350 Hektar kahle Karstgründe im Stadtgebiet aufgeforstet, wozu 2,660.000 Pflanzen verwendet wurden, und zwar ausschließlich Schwarzföhren, da erfahrungsmäßig nur diese Holzart der Sommerdürre und der Bora zu widerstehen vermag und auch durch den reichlichen Nadelabfall am ehesten den Boden mit einer Humusschichte bedeckt. Die von der Triester Aufforstungscoinmission zur künstlichen Aufforstung bestimmte Fläche von 643 Hektar wird voraussichtlich iu zehn Jahren vollständig bewaldet sein: außerdem wurden bei 400 Hektar natürliche Laubholzwälder in Schonung gelegt und ist daher sicher zu erwarten, daß den Beginn des nächsten Jahrhunderts auch der Anfang einer Besserung der klimatischen nnd forstlichen Verhältnisse des Stadtgebietes von Trieft kennzeichnen wird. Ackerball, Weinbau und Viehzucht in Wrien. Gleichwie in Jstrien neben einer vollständig modernen Gesellschaft noch das ursprüngliche Nomadenleben der Hirten zu finden ist und Stämme, welche durch Ursprung, Sprache, Brauch und Bildungsgrad überaus verschieden sind, nebeneinander wohnen: so weist auch der Ackerbau Jstrieus iu Bezug auf Klima, Bebauer, Bodenbeschaffenheit und Vegetation die schärfsten Gegensätze auf. Obgleich die thatsächlichen Beweise für das Vorhandensein des Feldbaues in den vorhistorischen Zeiten fehlen und die in den istrianifchen Castellieri (lumuli) gefundenen Gegenstände, die ausschließlich auf Todtenstätten hinweisen, keine sicheren Anhaltspnnkte in Bezug auf die Agrieultur gewähren, so können wir doch annehmen, daß der Ackerban Jstriens weit zurückreicht, seine Anfänge aber keineswegs später als in die sehr ferne Epoche der Veneter und der großen Gruppe der alten italischen Völker zu verlegen sind. In jedem Falle mußten die Jstrer schon einen großen Theil der Halbinsel bebaut haben, wenn sie
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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