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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 366 -
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366 Bodenbearbeitung hin, für welche dieser vollständig auf der Basis der Agrienltnr begründete Orden (7 Stunden Feldarbeit in beständiger Abwechslung mit den Gebetstundeu) sich als eifriger Förderer auch in dieser Provinz bewährte. Bald darnach entvölkerten Pestkrankheiten die einst blühenden Gefilde: nur allmälig hob sich theils durch die eigenen Bemühungen der Bevölkerung, theils durch die Aureguug der venetiauischeu Regierung der Landbau wieder. Durch eine eigene in Venedig befindliche Behörde (die Lameiu 6si Aiani) wurden Beiträge zum Ankauf von Pflngstieren gewährt (so im Jahre 1330 dem Stift St. Loreuzo del Paseuatico, den Bürgermeistern von Cittanova und Montoua) und die neuen slavischen Ansiedler zur Anpflanzung festgesetzter Mengen von Ölbäumeu in baumlosen Gegenden gezwungen. Doch die Seuchen des XVI. nnd XVII. Jahrhunderts brachten neue Perioden des Verfalls, aus dem Jstrieu erst in unserer Zeit sich langsam zu erheben beginnt. Infolge der Uugleichförmigkeit der wichtigsten volkswirthfchaftlichen und natür- lichen Factoren der Bodenproduetiou ist es äußerst schwierig, iu wenigen Strichen ein klares Gesammtbild des Landbanes dieser Provinz zn bieten. Vvn den fast 5.000 Quadrat- kilvmeteru der Gesammtoberfläche, von denen ein Fünftel anf die qnarnerifchen Inseln und vier Fünftel auf die Halbinsel entfallen, sind 96 7 Procent anbaufähiger Boden. Mehr als ein Drittel davon ist bewaldet, ein weiteres Drittel ist Weideland, während der Rest von anderen Culturen bedeckt ist. Diese Vertheilnngsziffern sind jedoch entfernt nicht geeignet, ein richtiges Bild von der Bedeutung der einzelnen Culturen zu geben; denn während die Weingärten, Äcker nnd Gemüsepflanzungen zusammen ungefähr zwei Drittel des aus der Bodeuwirthfchaft erzielten Ertrages geben, beträgt die von denselben bedeckte Fläche nicht ganz ein Viertel des bebauten Bodens. Anderseits liefern die Weiden und Waldungen, die sich über mehr als zwei Drittel des prodnetiven Landes erstrecken, nicht mehr als eiu Viertel des Gesammtertrages von Grund und Boden. Also gerade diejenigen Culturen, welche den größten Aufwand an Capital nnd Arbeitskräften erfordern (nämlich die Weingärten, Acker nnd Obstpflanzungen), liefern die bedeutendsten Beiträge zu dem aus der Laudwirthfchaft in Jstrieu sich ergebenden Erträgniß. Die Weingärten, welche 9 82 Proceut des ertragsfähigen Bodens bedecken, liefern 26 8 Procent der Bodenrente. Als Weingegend nimmt der District vvn Parenzo den ersten Rang eiu, da der Weinbau hier 42 6 Procent des Bodenertrages ergibt; hierauf folgt Capodistria mit 37 7 Procent, Montona mit 34 4 Proeeut, Lussiuo mit 34 21 Procent; die letzte Stelle nimmt der gebirgige District von Castelnuovo mit nur 0 31 Procent ein; verhältnißmäßig arm in dieser Hinsicht ist auch der District vou Pola mit 13 Procent. In die Classe der Obstgärten sind hier auch die Oliven- und Rohrpflanzungen mit eingerechnet. Die Ölbänme bedecken in diesen Pflanzungen ungefähr 11.000 Hektar. Die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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