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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 46 -
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46 vorüber war, wo in Festungen und Städten die bürgerliche Besatzung die Hauptrolle spielen konnte. Nun bedürfte es einer stehenden Truppe vou Söldnern, Musketieren und Kanonieren. Je langwieriger und zäher die Vertheidigung Ofens war, desto mehr fiel auch dem Sultan diese Widerstandsfähigkeit auf. Nachdem er in den Jahren 1526 und 1529 es nicht der Mühe werth erachtet, Ofen zu besetzen, zog er jetzt mit der Absicht heran, es für die Dauer zu erwerben, und zwar womöglich durch List, ohne Menschenverlust. Am 31. Juli kam das Heer Mehemet Paschas vor Ofen an, es bildete gleichsam den Vortrab des Hauptcorps. Die Festung war sofort entsetzt, Frater Georg und Mehemet Pascha reichten sich die Hände. Man konnte die Festung durch die geöffneten Thore allsogleich verproviantiren. Ja die Besatzung unter Valentin Török machte sogar einen Ausfall gegen das deutsche Heer. Nun wurde das Heer Roggeudorfs der belagerte Theil. Es hatte sein verschanztes Lager ans dem Blocksberg und dessen Südabhang. Seine starke Flottille erhielt die Verbindung mit Pest aufrecht, das sich noch immer in Ferdinands Gewalt befand. Einerseits wurde er durch Mehemet, auderfeits durch Valentin Török bestürmt. Da hieß es denn sich zurückziehen, da auch das Hauptheer des Sultans uahte. Der deutsche Feldherr hatte unterhalb des Blocksberges eine Schiffbrücke bauen lassen, die aber, als sie schou fertig war, durch den Sturm weggerissen wurde. Die Magyaren iu Roggendorfs Heere und deren leitender Mann, Perinyi, drangen darauf, mit Hilfe von Schiffen überzusetzen, was jener für zu gewagt hielt, da auch die türkische Flottille, obgleich nicht halb so stark als die der Pester und der Deutschen, eingetroffen war. Endlich begann auf Perenyis Andrängen, nach unnütz verlorenen drei Wochen, am 21. August Nachts in aller Stille der Übergang auf das Pester Ufer. Schon waren die Ungarn nebst Kanoueu und Kriegsmaterial jenseits angelangt, als Mehemet den Abzug erfuhr und sich mit Valentin Török vereint auf die gemischte deutsch-böhmische Truppe warf, die nun völlig aufgerieben wurde. Tags darauf, 22. August, war die Stadt Pest iu türkischen Händen. Die Pester Besatzung hatte während der langen Belagerung Roggeudorf gute Dienste geleistet. Die am linken Ufer aufgestellten Kanonen und Musketiere hinderten die Insassen der Ofner Festnng in wirksamer Weise, Wasser ans der Donau zu holen, und auch zur Beschießung der Wälle wurde vou hier aus beigetragen. Jetzt, am Morgen des 22. August, war wohl die Pester Besatzung durch die Soldaten Perenyis und die herübergeschasfteu Kanone« verstärkt, doch hatten Volk und Soldaten den Kopf verloren und eilten sich zu retten. Offenbar hatten sie keinen Anführer. Die Menge plünderte nnr noch die Läden der bereits entflohenen Kaufleute nnd ließ die Stadt dann leer stehen, wo die Türken 36 schwere und 150 leichtere Geschütze vorfanden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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