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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 164 -
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164 Ländern sind es die Großen des Reiches, die dem gesalbten Herrscher Treue schwören. Bei dem Krönungsfeste des ungarischen Königs jedoch ist es der König, der der Nation Treue schwört, der König gelobt die Gesetze zu halten und auch von Anderen halten zu lassen und das Reich Stesan des Heiligen gegen jeden Feind zu vertheidigen. Die Jnsignien des Königs von Ungarn sind: Krone, Mantel, Scepter, Schwert und Reichsapfel — lauter uralte heilige Reliquien, deren Zauber befestigt ist durch den vielhundertjährigen Kampf um die Verfassung und um das Dasein. Die Reihenfolge des Ceremoniels wird durch den Reichstag bestimmt und die Krönungsfeierlichkeit selbst gilt für eine Reichstagssitzung. Das Parlament hält sich hierbei streng an die Überlieferung. Die Ceremonien beginnen schon am Tage vor der Krönung. Die Bannerherren des Reiches lassen den Schrein der Krone und der anderen Jnsignien öffnen und erstatten Seiner Majestät Meldung, daß sie Alles in Ordnung gefunden. Aus sämmtlichen Comitaten kommen berittene Banderien in Budapest zusammen, um sie zu vertreten. Der Kettenbrücke gegenüber, amPester Donau-Ufer, ist der Krönungs- hügel errichtet, aus Erde, welche sämmtliche Comitate des Landes geschickt haben. Am Krönungstage unseres jetzt regierenden glorreichen Königs war schon um 5 Uhr Morgens die ganze Stadt auf den Beinen, und um 7 Uhr Morgens standen alle die vielen Prachtkutschen und in Prunkgewändern angethanen Ritter vollzählig im Hof- raume der Königsburg versammelt. Nach einer halben Stunde kam mit schmetternden Trompeten eine Abtheilung Husaren durch das Burgthor herausgeritten, hinter ihnen die Hofpagen, die Leibwache, die Minister und Großen des Reiches, die Mitglieder des kaiserlichen und königlichen Hauses und dann der König, in der Uniform eines ungarischen Generals, — sämmtlich zu Pferde. Die Banderien und das Publikum begrüßten den König mit einem begeisterten Eljenstnrm. Ihm folgte die Königin in demselben von einer Krone überragten Glaswagen, in dem ihre erhabene Vorgängerin sich zur Krönung begeben hatte. AchtSchimmel zogen langsamen Schrittes den Wagen. Die Königin trug ein weißes, mit Spitzen und Brillanten besetztes Seidenkleid und auf dem Haupte eine von Brillanten strahlende Krone. Ihr folgte in einem mit sechs Braunen bespannten Wagen die Obersthofmeisterin, dann der k. und k. Erzherzog und die k. und k. Erzherzogin, und die Palastdamen. Eine zweite Abtheilung der ungarischen Leibwache beschloß den Zug. Der ganze Zug begab sich vor die Osuer Pfarrkirche, an deren Treppe der König durch den Episcopat empfangen wurde. Die Ceremonie der Krönung selbst dauerte eine Stunde. Der Fürstprimas von Gran salbte die Stirne des Königs mit dem geweihten Chrisma und setzte ihm, gemeinschaftlich mit dem den Palatin ersetzenden Ministerpräsidenten Grasen Julius Andrässy, die Krone des heiligen Stesan auf das Haupt, er umgürtete ihn mit dem Schwerte des Reiches und schnallte ihm den von der ersten Königin gestickten, mit
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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