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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
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204 gießerei, die neben ihrem Ausbildungszweck auch noch die vaterländischen Lehranstalten mit den für den Zeichenunterricht nothwendigen Gypsmodellen versieht. In dem Institute besteht ein zeitgemäß eingerichtetes Internat für 120 Zöglinge. Mit dem Institut ver- bunden ist ferner das Landes-Lehrerwaisenhans, welches 25 Lehrerwaisen versorgt. Nenestens hat die Regierung an diesem Institute uoch einen mit einer Tanbstummeuschule verbundenen Lehrcurs errichtet, der die Lehramtscaudidateu der Bürgerschule theoretisch und praktisch zu Lehrern für Taubstummenanstalten ausbildet. In die Ausbildung der Lehrerinnen theilen sich zwei staatliche Anstalten; die Elementar-Lehrerinnen gehören der auf der Ofuer Seite, im II. Bezirk befindlichen Lehrerinnen-Bildungsanstalt au, währe»d die höhere Bilduugsaustalt auf der Andrassy- straße weibliche Lehrkräfte für die bürgerlichen und höheren Töchterschulen heranbildet. Diese Ausbildungsanstalt ist jedoch nur ein Bestandtheil jenes großen und vielbesuchten Instituts; dieses enthält außerdem, als Übungsschule für jene, die schon erwähnte höhere Töchterschule, sowie eine Bildungsanstalt für Erzieherinnen, deren Aufgabe es ist, ungarische Mädchen für die Obliegenheiten der häuslichen Erziehung und besonders in fremden Sprachen sorgfältig auszubilden, um einen Ersatz für die selten entsprechenden ausländischen Erzieherinnen in gebildeteren Häusern zu schaffen. Auch hier ist ein großes Internat für die Zöglinge beider Präparandie-Enrfe und der Töchterschule — ungefähr 120 Mädcheu — vorhanden. Außer den staatlichen Bildungsanstalten bestehen in Budapest eine alte, noch durch Maria Theresia gegründete katholische Lehrer-Bildungsanstalt, ein Lehrcurs zur Aus- bildung von Lehrerinnen im Kloster der Englischen Fräulein und die schon erwähnte, mit dem Rabbiner-Seminar verbundene israelitische Lehrer-Bildungsanstalt. Hier ist auch zu erwähuen, daß für die Ausbildung von Turnlehrern, außer der Fachgruppe der Turnlehrer und -Professoren an der staatlichen Lehrer-Bildnngsanstalt, noch in den Räumlichkeiten des Natioual-Turnvereius ein Lehrcnrs besteht. Welche Fortschritte Budapest im Laufe dieses Jahrhunderts und namentlich in neuerer Zeit ans dem Gebiete der Volkserziehung gemacht hat, sei durch die Zusammen- stellung folgender vergleichenden Daten belegt. Im ersten Zehntel dieses Jahrhunderts bestanden acht Elementarschulen mit zusammen 17 Klassen, die neunte Schule wurde erst 1843 eröffnet. Die Methode war damals sehr mangelhaft; Hauptgegenstand war das viele Schreiben und maschinenmäßige Lesen; auf Rechnen und Orthographie wurde eine Stunde wöchentlich verwendet, von Syntax, Zeichnen, Gesang, Sprach- und Denkübungen war keine Spur. Der stärkere Ausschwuug der Volkserziehung beginnt mit der neueren verfassungs- mäßigen Ära. Von 1869 auf 1870, also iu einem Jahre, hob sich die Zahl der commnnalen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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