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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 206 -
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206 Die höchste Stufe der Volksschulen zeigt sich in den Bürgerschulen, anch diese sind eine Schöpfung der neueren Zeit. Die Bürgerschulen für Mädchen stehen mit ihren? heutigen Lehrplan den höheren Töchterschulen nahe; es gibt ihrer in der Hauptstadt sieben mit 51 Lehrsälen und 2494 Schülerinnen. Die erste Bürgerschule für Knaben entstand 1869 in Alt-Ofen; gegenwärtig gibt es in der Hauptstadt, außer der schon erwähnten staatlichen und zwei Privat-Bürgerschuleu vier durch die Stadt erhaltene Bürgerschulen für Knaben, jede mit mehreren Parallel- klassen wegeil des starken Schülerbesuchs. Charakteristisch für sie alle ist, daß, obgleich das Gesetz den Lehrgang der Bürgerschulen für Knaben mit sechs Jahren feststellt, die fünften und sechsten Klassen dennoch aus Mangel an Schülern thatsächlich eingegangen sind und dieKnaben nach Zurücklegung des vierten Jahrganges fast ausnahmslos iudieHandels- Lehrcnrse übergehen. Nach alledem müssen wir nuu auch der verschiedenen in Budapest befindlichen Fach- schulen und Fachcurse gedenken, die zum Theil in Verbindung mit den bereits erwähnten Lehranstalten orgauisirt sind. Unter ihnen steht auf der Stufe der höhereu Schulen die staatliche Musterzeichenschule, zugleich Ausbilduugsaustalt für Zeichenlehrer; sie nimmt Jünglinge auf, welche die Mittel- schule zurückgelegt haben, uud gewährt ihnen theils die Vorbildung für die Künstlerlaufbahn, theils die Ausbildung zu Zeichenlehrern. In dieser Anstalt finden anch die Befähigungs- prüfungen der Zeichenlehrer statt; die Ausbildung erstreckt sich auf die Elemente aller Zweige der bildenden Knnst und auch auf die nothwendigen geometrischen Kenntnisse. Die hervorragendste Anstalt für gewerblichen Unterricht ist in Budapest die staatliche Gewerbe-Mittelschule, die in ihrem ausgedehnten Neubau mit allen Behelfen des theoretischen und praktischen Gewerbeunterrichts, auch mit großen Werkstätten versehen ist und der das technologische Gewerbemuseum gleichsam als ergänzender Bestandtheil dient. Die Aufgabe dieser Anstalt ist, für das Banwesen Manrer, Steinmetze, Zimmermeister und Poliere, ferner für die Fabriksindnstrie Maschinisten und Werkführer, für die Metall- uud Eisenindustrie, sowie für die meisten Zweige der Holzindustrie selbständige Meister zu bilden. Sie hat gegenwärtig neunzehn Professoren und fünf Werkführer, unter denen nahe an 200 ordentliche Schüler ihre Studien vollenden, doch werden überdies anch außerordentliche Lehrcnrfe gehalten, besonders für das Baugewerbe, für Dampfkesselheizer und die Bedienung der Dampfmaschinen, und erhalten in diesen Cnrsen über 800 schon gewerblich thätige Personen ihre Fortbildung. Die staatliche Knnstgewerbeschnle gewährt die Ausbildung in den hervorragenderen Gattungen des Kunstgewerbes, besonders in der dekorativen Plastik und Kleinplastik, der dekorativen Malerei, dem Holzschnitt und Kupferstich, sowie iu der Metallgravüre.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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