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Mayer'sche Knabenwaisenhaus, das Mädcheuwaiseuhaus des Laudesvereius ungarischer
Hausfrauen, das gemischte Waisenhaus des protestautischeu Waisenvereins, das israelitische
Mädchenwaisenhaus des Pester israelitischen Frauenvereins nud das Knabeuwaisei.haus
der Pester israelitischen Religionsgemeinde, ferner das schon erwähnte Lehrerwaisenhaus,
das uach der Erzherzogin Clotilde benannte Vereins'-Asylhaus, das neuerdings zn Stande
gekommene hauptstädtische Asylhaus und das den Namen der Erzherzogin Maria Dorothea
tragende Asyl für Lehrerinnen. Außer diesen sind zu erwähnen als Einrichtungen, die
mittelbar gleichfalls die Sache des öffentlichen Unterrichts fördern: der Verein der Kinder-
freunde zur Versorgung armer und hungernder Schulkinder mit warmer Speise während
des Winters, der Verein für Kindercolonien zur Unterbringung von armen und kränklichen
Kindern während der Ferien auf dein Lande, sowie zahlreiche Vereine, deren Hauptzweck
in der Betheilnng armer Schulkinder mit Winterkleidern besteht.
So wirken in Budapest Staat, Hauptstadt, Gesellschaft uud Coufefsioneu zusammen,
um das öffentliche Unterrichts- und Erziehungswesen zur Blüte zu bringen nnd dadurch
auch das innere Leben der äußerlich in so gewaltigen Verhältnisse« sich entwickelnde»
ungarischen Hauptstadt zu festigen, es zu veredeln und zur Ausführung der großen Aufgabe
zu befähigen, die ihm im Leben der Nation zugefallen.
Das> Ungarische Nationalmuseum.
Graf Franz Szecheuyi, der Vater Stefaus, des großen Reformators, wurde der
Begründer des Ungarischen Nationalmnsenins, als er im Jahre 1802 seine nngarische
Bibliothek, auf Gruud eines dnrch den König sanctionirten Stiftungsbriefes, der Nation
schenkte, ausdrücklich als Kern für ein nationales Mnsenm. Diese Bibliothek enthielt,
außer den ungarischen Jncnnabeln, ausschließlich Werke, die iu Ungarn erschienen oder
von Ungarn geschrieben waren oder sich auf Ungarn bezogen. So faßte diese Bibliothek
sozusagen das vollständige Bild der ungarischen Cnltnr in sich.
Aus so bescheideneu Ansängen entwickelte sich jenes bedeutende Culturinstitut, das
schon jetzt, ehe es noch das erste Jahrhundert seines Bestandes vollendet hat, einen hervor-
ragenden Platz uuter den Museeu der gebildeten Nationen einnimmt, von den europäischen
Gelehrten nicht mehr ignorirt werden kann und der Nation mit Recht zum Stolz gereicht.
Der damalige Palatin, der unvergeßliche Erzherzog Joseph, dem der Stiftungsbrief
das Protektorat des Museums anvertraute, machte die Absicht des edlen Stifters sofort
zu der seinigen und forderte die Eomitate nnd Städte, die Magnaten und audereu großen
Herren auf, auch ihrerseits, dem Beispiel des Grafen Szechenyi folgend, die Bibliothek
zu vermehren nnd dem geplanten Mnsenm solche Krnistdenkmäler, Alterthümer, Schmnck
Ungarn III. !4
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Ungarn (3), Band 12
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Ungarn (3)
- Band
- 12
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1893
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.49 x 21.91 cm
- Seiten
- 626
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch