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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 210 -
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210 fachen, Münzen und Waffen zu spenden, die in Ungarn gefunden oder durch Ungaru verfertigt oder durch sie im Auslande bestellt waren oder die sich in irgend einer Hinsicht auf Ungarn bezogen, da nach seiner Meinung das Institut seinen nationalen Charakter .bewahren müsse, den es denn auch in der That bewahrt hat. Die Nation folgte dem Aufruf. Der Stifter selbst spendete im Jahre 1807 seine ungarische Münzensammlung und später als Hilfsbibliothek seine in ödenburg befindliche allgemeine Bibliothek; seine Gattin, Gräfin Juliaue Festetich, überließ ihre Mineralien- sammlung, Fürst Batthyany widmete Alterthümer aus Steinamanger, Peter Kubiuyi Geld, Bücher und Handschriften, Marezibänyi und Andere Kunstdenkmäler, Waffen und Schmuck- sachen, Fürst Grassalkovich aber einen Baugrund in der Hatvanergasse, auf dem jetzt die Paläste der Schönengasse (Szepntcza) stehen. Dieser Grund wurde damals für die Bauzwecke des Museums ungeeignet befunden und im Jahre 1813 für 94.670 Gulden „Schein" (!) versteigert, dagegen aber vom Fürstprimas Grafen Batthyany uud seinen kleineren Nachbarn für 26.400 Papiergulden, nach heutigem Geldfuß 16.000 Gulden, der jetzige Baugrund von 10.000 Quadratklafter gekaust, der nun mindestens 1'/« Millionen Gulden werth ist. Der Reichstag inartiknlirte im Jahre 1807 die Stiftung des Grafen Szechenyi, votirte ihm den Dank der Nation und gab 1812 die Erklärung ab, daß er das Institut so umfangreich und großartig als möglich zu entwickeln wünsche. Der Reichstag von 1832/36 gewährte aus den freiwilligen Beiträgen des Adels 125.000 Gulden zum Ankauf der berühmten Nikolaus Jankovich'schen Sammlung von Alterthümern, Büchern und Handschriften und 500.000 Gulden für den Bau eines der Würde der Nation entsprechenden Museums- gebäudes. So wurde denn der jetzige Palast nach den Plänen des Architekten Michael Polläk im Laufe von zwölf Jahren erbaut. Mittlerweile war das volksthümliche Institut durch viele Spenden bereichert worden, unter anderem durch die werthvolle Bildersammlung des Patriarchen und Erzbischofs von Erlan, Ladislaus Pyrker. Denn das Ungarische National- museum erfreute sich jederzeit einer großen Beliebtheit, und auch jetzt ist dies der Fall, so daß selbst der schlichte Bauer, wenn er vom Dorfe in die Hauptstadt zu Markte geht oder das Stesanssest sehen will, es selten versäumt, das Museum zu besuche«, das in seinen Augen wirklich der Palast des Volkes ist, wo jeder Staatsbürger sich zu Hause fühlen darf. Seit 1867 hat die Landesregierung dem Nationalmuseum, das die schönsten Erinnerungen an den Eifer des alten Adels wachruft, seine pietätvolle Aufmerksamkeit zugewendet, und der Reichstag bewilligt jedesmal ohne Parteinnterfchied den Jahresbeitrag von über 100.000 Gulden, der die unausgesetzte Fortentwicklung des Instituts ermöglicht. Seine Bestände werden jetzt in sieben besonderen Abtheilungen bewahrt: der Bibliothek, der Antiquitätensammlung, der zoologischen, mineralogischen und botanischen Sammlung, der National-Bildergallerie und der ethnographischen Sammlung.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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