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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 213 -
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218 des Museums, sobald nach dem Ankaufe der Eszterhäzy-Gallerie die Landes-Bilder- gallerie entstanden war, die Pyrker'sche Bildersammlung und alle jene alten Gemälde, die 1848 aus dem Palatinalpalast und seither durch zahlreiche Scheukungeu ins Museum gelaugt sind, als Depots für ewige Zeit der Landes-Bildergallerie zugewiesen. Desgleichen wurden die ungarischen Porträts und die Gypsabgüsse jener plastischen Denkmäler, die der Antignitätensammlung angehörten, in einer besonderen ungarischen Sammlung, der Ungarischen historischen Porträtgallerie grnppirt, die jetzt in den nicht hinreichend trockenen Räumen des Burgbazars ausgestellt ist, hoffentlich aber demnächst eine passendere Stelle finden wird. Das Museum, und besonders dessen Antiquitätensammlung, ist also eine große Vereinigung der besten Quellen für die Culturgeschichte Ungarns; leider gestattet es einst- weilen der Raummaugel nicht, alle Gegenstände in lehrreicher Weise auszustellen. So sind die Tausende von Stein- und Knochenwerkzeugen der jüngeren Steinzeit in Kisten auf- bewahrt und uur eiu kleiner Theil kann zur Schau ausgelegt werde». Kupferne Waffen und Gerüthe sind in Ungarn zahlreicher ausgegraben worden als irgendwo in Europa; allenfalls kann die Insel Cypern sich in die gleiche Reihe stellen. Die Sammlung des Museums an Funden aus der Kupferzeit, über 400 größere Gegenstände, hat denn auch ihresgleichen nicht, und hier fallen besonders vier schwere zweischneidige Handbeile auf, wie sie nirgends im Auslande vorkommen. Die Denkmäler der Bronzezeit im Museum haben längst die Bewnndernng der Archäologen erregt. Als vor zwanzig Jahren der schwedische Reichsarchäologe (khs antiquur) Hildebrand das Ungarische Nationalmuseum studirte, schrieb er in seinem Bericht: „Das Land südlich der Karpathen erscheint mir als das Land der archäologischen Wunder, so groß und überraschend ist dort der Reichthum der Formen uud so wichtig sind die Ergebnisse, auf die ich dort traf, als ich die Geschichte der vorgeschichtliche» Cultur Europas studirte!" Die Forscher der Urgeschichte stimmen darin überein, daß die aus Ungarn stammenden Formen der Bronzezeit, die sich im Museum befinden, einfacher und ursprünglicher sind als die der westlichen Länder, und daß diese von hier nach Norden übergegangen sind. Aus dem Anfange der Eisenzeit sind die Gold- schätze, Bronze-Anhängsel uud Pferdegeschirre überraschend. So erklärt Otto Tischler, der berühmte Königsberger PräHistoriker, die mit Email verzierten Brouzezügel des Museums für einzig in allen Sammlungen Europas. Uud die getriebene» Perle» der zu Szärazd (Tolnaer Comitat) gefundene» goldene» Halskette sind Prachtstücke barbarischer Kunst- iudustrie bei den Kelten. Die römischen Denkmäler Ungarns zeichneu sich nicht durch Schönheit aus. Die Römer besetzten um die Zeit von Christi Geburt die Landestheile jenseits der Donau, wo sie die Stämme der keltischen Galater fanden; diese erlernten zwar die Sprache der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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