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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 214 -
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214 erobernden Legionen und Beamten, mit denen sie fortwährend in Berührung standen, auch blieb die römische Cultur nicht ohne Einfluß auf sie, die classische Kuustempfiuduug jedoch eigneten sie sich nicht an und der Stil ihrer Denkmäler ist daher roh; man könnte ihn einen römisch-galatischen nennen. In den Schmncksachen, zum Beispiel der silbernen Fibula von Pätka, ist er recht gefällig, an den Steinsärgen und Steinreliefs jedoch, die theils im Hofe des Museums, theils aus Raummangel in dem Lapidarinm der Säulen- halle aufgestellt sind, zeigt sich überall eine ungeschulte Kunst. Gleichwohl ahmten sie die damals in Rom modernen Compositioueu nach, und so wie wir heute an der Wand irgend eines Provinzgasthauses einen schlechten Stich nach Rasaels Madonna della Seggiola sehen, dürfen wir uns auch nicht wundern, in Pannonien der berühmten Medea des Timomachns zu begegnen oder den Orestesgruppen der römischen Sarkophage oder der Strafe des Marsyas, alledem freilich in unvollkommener, roher Nachbildung. Auch iu den Inschriften der Grabmäler wurden die Muster der Hauptstadt nachgeahmt. Titns Älins Jnstns beklagt mit böser Versisication und Latinität, aber mit tiefem Gefühl den Tod seiner treuen Gattin Älia Sabina und preist ihre Tugenden, ihre Bildung, ihren schönen Gesang. — T. Domninns läßt für sich noch zu seineu Lebzeiten einen Steinsarg anfertigen, später aber auch seine beiden Söhne darin beisetzen, deren einer mit 17 Jahren starb, während der andere, ein Kaufmann, wie er mittheilt, durch die Grxnzbarbaren getödtet wurde. Und Älins Victorinns, der ein Duplicarius war, das heißt wegen seiner Tapferkeit doppelte Futter-Rationen faßte, läßt auf seinem Grabmal naiv sein eigenes Bild anshanen, wie er zwei Pferde am Zügel führt. Die Zahl der Inschrift- und Reliefsteine ist im National- museum größer als in irgend einer Sammlung diesseits der Alpen; Alles aber ist locale Steinmetzarbeit, ohne Spur von classischem Geschmack. Indeß ließen die höheren römischen Beamten auch Originalkunstwerke aus Italien kommen, so unter anderen den silbernen Dreifuß von Nagypolgärd, der einst vermuthlich als Tempelschmuck diente, und den im Komorner Comitate gefundenen Wagen mit plastischem Schmuck von bacchischem Charakter, ein wirklich schönes Muster römischen Kunstfleißes aus der Zeit Hadrians. Den größten Stolz der Antiquitätensammlung bilden jedoch die Denkmäler der Völkerwanderung. Jene germanischen Völker, die das weströmische Kaiserreich stürzten und das oströmische schreckten, hausten im II. und III. Jahrhundert n. Chr. an den Küsten des Schwarzen Meeres, am linken Ufer der Donau, auf deu von Dniester und Dnjepr durchströmten Ebenen, und berührten sich dort mit den alten griechischen Kolonien des Pontus, insbesondere mit Pantikapäon, das auch unter der Römerherrschaft noch die Überlieferungen der hohen altgrichischen Cultur bewahrte. Unter diesen Völkern waren es die Westgotheu, welche das westliche Tiefland besetzten; hinter ihnen saßen die Ostgothen,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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