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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
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21» nach Jordanes, in der Gegend des Neusiedler- und Plattensees, von der Donan bis zur Save hinab, während die Gepiden Siebenbürgen als ihr Erbtheil betrachteten. Beide Völker erkannten die Oberhoheit der römischen Kaiser an, forderten aber von ihnen reiche Neujahrsgeschenke, im Grunde ein regelmäßiger Tribut, den die stolzen römischen und byzantinischen Kaiser den Barbaren in dieser Form entrichteten. Die Ostgothen wanderten bald nach Italien aus uud gründeten dort unter Theodorich (dem unsterblichen Detre der magyarischen Heldensage) das ostgothische Königreich; aus der Zeit aber, da sie in den ungarischen Laudestheileu jenseits der Donau saßeu, sind ihre Todteu hier zurückgeblieben, und einen Theil derselben ließ Wilhelm Lipp in der Gegend von Keszthely ausgraben und lieferte die dabei gemachten reichen Gräberfunde an das Nationalmuseuni ab. Aus diesen und den Schätzen der Gräberfelder, die im südwestlichen Theile des Landes durchforscht wurden, ersieht man die Cultur der Ostgothen, die sich durch Tirol hiuab bis nach Oberitalien erstreckt. Als die Ostgothen fort waren, dehnten die Gepiden ihre Macht gegen Westen aus, bis sie durch die mit den Avaren verbündeten Longobarden besiegt wurden. Die aus ihreu Gräber« herrührenden Schätze zeigen denselben Kunststil, den wir aus den in Tonrnay entdeckten großartigen goldenen Grabausstattungen des Frankenkönigs Childerich l. kennen. Dieser Kuuststil ist zu Ende des V. Jahrhunderts den Schmuckgegenständen aller germanischen Völker eigen und im Nationalmnsenm hauptsächlich durch deu Schatz von Bakvd vertrete». Auch aus der Avareuzeit sind daselbst Grabschätze vorhanden, die, nach den Münzen des Jnstiiiianns, Phokas nnd des (bärtigen) Lonstantinus po^onatus zn schließen, dem VI. und VII. Jahrhundert angehören. Ein mit Silber eingelegtes eisernes Schwert charakterisirt das VIII. Jahrhundert; ein ähnliches hat man in Norwegen gefunden, wohin es, ebenso wie nach Ungarn, vermuthlich aus der Rheiugegeud eingeführt wurde. Das IX. Jahrhundert finden wir durch einige slavische Schläfenringe vertreten, das X. aber, die Zeit der magyarischen Herzoge, besonders durch die Grabfunde von Bene-Pnszta, Teremia, Vereb, Pilis, Galgöcz nnd Szolyva, die sämmtlich im National- mnsenm ausgestellt siud. So läßt sich in den Sälen dieses Mnsenins die ganze Völkerwandernngszeit an ihren eigenen Denkmälern stndiren, vom III. Jahrhundert angefangen ununterbrochen bis zu Stefau dem Heilige», — vou Jahrhundert zu Jahrhundert, wie dies kein anderes europäisches Museum darbietet. Aus der Zeit der ungarische« Könige Arpäd'schen Geblüts, die mit dem rnndbogigen (romanischen) Baustil zusammenfällt, bilden das bedeutendste Denkmal des Museums neu» Platten einer mit Zellenschmelz verzierten goldenen Krone des byzantinischen Kaisers Constantinns Moiwmachos (1042—1057), darunter insbesondere drei mit den Gestalten
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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