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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 217 -
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217 des Kaisers, seiner Gemalin und Schwägerin in kaiserlichen Prunkgewändern; sie wurden bei Nyitra-Jvänka durch den Pflug zu Tage befördert. Die Geschichte schweigt davon, auf welche Art diese Schätze des XI. Jahrhunderts nach Ungarn gelangt sind; der Kunstkenner erkennt die nämliche Technik, wie an jenem Theile der Krone St. Stesans, der von dem Nachfolger Constantins, Michael Dukas, dem König Geza I. geschenkt wurde. Interessant sind noch die in den Trümmern der Stnhlweißenburger Domkirche ausgegrabenen Grab- beilagen König Bela's III. und der Königin Agnes von Antiochia: ihre silberne Todten- krone, das königliche Szepter, Brnstkrenz und Schwert, die Sporen und zwei goldene Ninge, deren einer einen antiken, der andere einen mit arabischer Inschrift versehenen Edelstein umfaßt. Eiue dritte Kroue wurde in den Ruinen des größten Klosters der Margaretheninsel vor dem Hauptaltar, auf der sogenannten Evangeliumsseite, in jenem Grabe gefunden, wo man nur die vornehmste Person zu begraben pflegte; sie hat also wahrscheinlich der heiligen Margarethe gehört. In großer Zahl weist die Antiqnitäten- sammlnng Räuchergefäße, Haudwärmer, verzierte Leuchter, Agnamaniles, Gefäße mit Limoger und Kölner Email und besonders Crucifixe auf, an denen die beiden Füße des Heilands »eben einander mit zwei Nägeln an den Kreuzstamm befestigt sind, ein Zeichen, daß sie vor Beginn des XIV. Jahrhunderts gefertigt wurden, da man erst um diese Zeit begauu, aus malerischen Gründen einen Fnß des Gekreuzigten über den andern zu biegen und beide mit dem nämlichen Nagel durchbohrt darzustelleu. Der gelehrte Aachener Eanonicns Bock staunte schon vor dreißig Jahren, als er die Beschreibung eines Theiles der kirchlichen Schätze des Mnseums veröffentlichte, über diesen Reichthum an romanischen Denkmäler« der Kleinkunst. Sie wurdeu allerdings, weil sie nicht besonders gefällig sind, in den vergangenen Jahrhunderten wenig beachtet, daher sie mm in den Museen selten vorkommen. Bemerkenswerth ist schließlich aus dieser Zeit die Menge vorhandener Schwerter aus den Kreuzzügen. Die Zeit der gothischen Bankuust fällt in Ungarn mit den Königen aus dem Hause Anjou und mit Sigismnnd zusammen. Die Kunst und Kunstindustrie dieser Epoche ist im Museum nur durch wenige Denkmäler vertreten; dagegen läßt sich die Kunst der Renaissance, also der Zeit des Königs Matthias, der beiden Jagelloniden, der ersten Habsburger und der siebeubürgischen Fürsteil bis zur Gegenreformation und der ent- scheidenden Einflußnahme der Jesuiten, das heißt von der Mitte des XV. bis zum Beginn des XVII. Jahrhunderts, im Nationalmnsenm an herrlichen Schmuckgegenständen, weltlichen Schalen, Becher», Humpen, sowie kirchlichen Kelchen nnd Monstranzen ftudiren. Man sieht, wie deutsche und italienische Kunst sich in Ungarn begegnen und, unter dem Einfluß der orientalischen, bei den Türken herrschenden Kunstformen, in Kronstadt, Hermannstadt, Großwardein, Lentschan sich bei den einheimischen Goldschmieden ein eigener ungarischer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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