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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 222 -
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222 ausgestatteten Werken, die sich in solcher Vollständigkeit nur in den Bibliotheken der welt- berühmten Museen wiederfinden. Seitdem anch die botanische Sammlung so angewachsen ist, gilt in der That von dem ganzen Nationalmuseum, was De Lina (Histoire cku travail, S. 110) von der Anti- quitätensammlung desselben sagt: ,1^ Nusee kuckapest est a In kkmteur «Zes plus Arsnäes collections russemblees duns les capitklles I'Lurvpe" (das Budapester Museum steht auf der Höhe der größten Sammlungen in den Hauptstädten Europas). Die Bildergallerie des Museums enthält die Werke der neuere» Maler; die namhafteren ungarischen Maler sind möglichst vollzählig vertreten, von ihnen soll weiterhin in dem Kapitel: „Malerei und Plastik" eingehender die Rede sein. Außer deu ungarischen befinden sich da auch jene ausländischen Gemälde der Gegenwart, die auf den alljährlichen Ausstellungen der ungarischen Gesellschaft für bildende Kunst von Zeit zu Zeit für die Gallerie augekauft werden. Es sind darunter Werke von berühmten dentschen, französischen, norwegischen, belgischen und italienischen Malern. Die Laudes-Bildergallerie gehörte ursprünglich gleichfalls zum Ungarischen Nationalmuseum, wurde aber später im Palast der Akademie untergebracht. Ladislans Pyrker, Erzbischos von Erlau, der seinerzeit berühmte deutsche Dichter, hatte, als er mehrere Jahre hindurch die Würde eines Patriarchen von Venedig bekleidete, werthvolle venetianische Gemälde gesammelt und sie später dem Ungarischen Nationalmuseum geschenkt. Diese Sammlung wurde durch einzelne Mäcene gemehrt, und im Jahre 1848 kamen noch die Bilder aus dem Besitze des Herrscherhauses hinzu, welche im Belvedere keinen Raum gesunden und früher die Wände der Säle im königlichen Schlosse zu Preßburg, später die der königlichen Statthalterei in Ofen geschmückt hatten. Zu größerem Ansehen jedoch gelangte die Landesgallerie erst, als das Land die Bildergallerie des Fürsten Esterhäzy nebst dessen Sammlung von Handzeichnungen und Kupferstichen um 1,300.000 Gulden ankaufte. Diese berühmte Gallerie, welche früher im Wiener (Mariahilfer) Gartenpalast des Fürsten aufgestellt war, nahm seit zwei Menschenaltern nicht hinsichtlich der Anzahl, wohl aber des Kunstwerthes der Bilder den ersten Platz unter den Wiener Privatfammlungen ein. Als der Fürst zu Anfang der Sechziger-Jahre Garten und Palast an die Stadt Wien verkaufte, ließ er die Bilder nach Budapest schaffen, wo die Akademie das zweite und dritte Stockwerk ihres im Bau begriffenen Palastes so einrichtete, daß diese herrliche Sammlung dort würdig unter- zubringen sei, in der Hoffnung, daß sie doch früher oder später in den Besitz des Landes übergehen und fortan eine der Hauptzierden der Hauptstadt bilden werde. Die Aussicht darauf war freilich bei der Zerrüttung der Finanzen Ungarns sehr gering und in der That hatte sich 1870 bereits eine internationale Gesellschaft von Unternehmern gebildet, um die Gallerie anzukaufen und stückweise zu verwerthen. DieNationalGallery zuLondon sandte sofort ihren
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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